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Instagram Live Rooms: Alles über das neue Livestream-Format

Mit der neuen Funktion erweitert Instagram sein Repertoire an Live- und Videoformaten. Bis zu vier Accounts treffen sich nun digital, um für ihre Follower zu streamen. Wie du das Format sinnvoll einsetzt, erfährst du in unserem Artikel!

Der Hype um Live-Formate reißt nicht ab: Nach Clubhouse und Twitter springt nun auch Instagram auf diesen scheinbaren Social-Media-Jahrestrend für 2021 auf. Die Plattform bietet zwar schon länger Livestreams für seine Nutzer an, erweitert die Funktion nun aber spürbar. Damit du im Dschungel der Neuerungen nicht den Überblick verlierst, fassen wir für dich die Entwicklung von Instagram Live mit allen wichtigen Funktionen zusammen. Am Ende weißt du, wie du und deine Follower am besten von den erweiterten Livestreams profitieren.

1. Instagram Live: Eine Erfolgsstory Made in 2016

Selbst als sporadischer Social-Media-Nutzer weißt du, dass Instagram einst als reine Fotoplattform an den Start ging. Bis zum heutigen Tag kamen zahlreiche neue Funktionen und Formate wie beispielsweise Kurzvideos oder Stories hinzu. Mit Instagram Live folgte Ende 2016 ein Livestream-Format, das zuerst beim Konzernbruder Facebook anlief und dann auch auf Instagram startete. Prinzipiell ist jeder Nutzer dazu in der Lage, eine Instagram-Live-Session zu starten. Dazu braucht es weder den Account eines Unternehmens noch den eines Creators, die in der Regel über mehrere Tausend Follower verfügen.

1.1. Instagram Live starten: So einfach startest du eine Livesession

Um einen Livestream in der App zu starten, wischst du auf dem Startbildschirm nach rechts. So kommst du in den Bereich, in dem du entweder Beiträge, Stories oder Reels erstellst. Hier wählst du einfach als Format „Live“ aus und schon geht es los! Wenn dein Account auf öffentlich gestellt ist, können dir prinzipiell alle Nutzer Instagrams live zuschauen. Damit deine Follower nicht verpassen, bekommen diese eine Benachrichtigung, dass dein Account live gegangen ist.

Während des Livestreams kommentieren und liken deine Follower das Video. Als Host kannst du dann darauf reagieren, indem du beispielsweise auf die Fragen der Zuschauer eingehst. Apropos Zuschauer: Folgst du einem Account, der live geht, erhältst du nicht nur eine Benachrichtigung, sondern siehst das auch auf deiner Startseite neben den Stories. Als Teil von Instagrams Stories lässt sich ein Stream zur Story hinzufügen oder auf dem Smartphone speichern.

1.2. Instagram Live nutzen: Wozu überhaupt einen Livestream starten?

Um sich an die Frage heranzutasten, wozu ein Livestream auf Instagram überhaupt gut ist, befassen wir uns kurz mit den generellen Anlässen für Livestreams. Gerade während der Pandemie sind Livevideos für Musiker, Influencer und viele andere Berufsgruppen zu einem wichtigen Instrument geworden. Der direkte Austausch mit Fans und Followern ist zumindest auf eine virtuelle Weise sichergestellt. Bereits vorher wurde das Live-Format vor allem für Q&A-Sessions, Mini-Konzerte oder als News-Kanal genutzt.

Durch die Pandemie kamen nun zahlreiche weitere Gründe und Anlässe für Livestreams hinzu. Von informativen Gesprächen und Neuigkeiten aus der Wissenschaft über COVID-19 bis hin zu Interviews mit Prominenten – Livevideos im Internet sind spätestens jetzt zu einer ernst zu nehmenden Alternative zum Fernsehen und Radio geworden.

Doch warum lohnen sich Livestreams gerade auf Instagram? Ganz einfach: Fast alle Nutzer Instagrams besitzen ein Smartphone. Da diese meist von Haus aus über qualitativ hochwertige Kameras verfügen, ist das einzig notwendige Equipment schon bereitgestellt. Damit in Zusammenhang steht auch der Punkt „Spontanität“: Entweder du kündigst einen Livestream auf Instagram über Stories an oder du gehst spontan live. Je nach Lust und Laune sind hier also keine Grenzen gesetzt!

1.3. Instagram Live anno 2020: Die Pandemie als Antreiber für Veränderungen

Gerade im vergangenen Jahr hat die Live-Funktion von Instagram einige gravierende Änderungen im Vergleich zu ihrem Start erfahren. Das Jahr 2020 hat unser Verhältnis zu Streaming und Live Videos generell verändert. Ob beruflich oder privat – Konferenzen und Spieleabende über Skype, Zoom und Co. gehören inzwischen zum Alltag. Um überhaupt auftreten zu können, gaben zahlreiche Musiker Livekonzerte über Instagram. Work-outs und Kochkurse wurden während des Lockdowns oft über Livevideos abgehalten. Um den Bedürfnissen seiner Nutzer und Anforderungen an Livevideos besser gerecht zu werden, verpasste Instagram der Live-Funktion ein paar Upgrades:

  • Instagram Live bis zu vier Stunden: Bis 2020 betrug die maximale Dauer eines Livestreams auf Instagram eine Stunde. Das Limit wurde schließlich angehoben, damit die Nutzer mehr aus einem Livestream herausholen können. Gerade für Online-Kurse – ob nun Webinar, Work-out oder Kochkurs – und Musiker ist das eine große Erleichterung.
  • Instagram Live Archivierung bis zu 30 Tage: Bisher ließ sich ein Livestream nur bis zu 24 Stunden später in den eigenen Stories verwerten. Nun hast du als Nutzer die Chance, bis zu 30 Tage nach der Aufzeichnung zu entscheiden, ob du das Video nachträglich posten möchtest. Für diesen Zeitraum wird das Video im Live-Archiv gespeichert.
Ansicht des Instagram Live-Archivs
Im Live-Archiv findest du deine alten Livevideos, du du im Nachhinein noch hochladen kannst, ©Instagram
  • Direkte Verbindung zu IGTV: Wer als Zuschauer ein Livevideo verpasst hat, der musste darauf hoffen, dass der Host es nachträglich noch im Instagram TV (IGTV) hochlädt. Der Nachteil daran: Die Kommentare verschwanden beim Upload und als Zuschauer weißt du zum Teil nicht mehr so richtig, worauf der Host reagiert. Durch das Update werden nun nicht nur Kommentare und Likes gesichert, sondern auch nachträgliche Bearbeitungen möglich. Außerdem vorteilhaft: Im IGTV selbst gibt es nun einen „Live Now“-Button, unter dem sämtliche Live-Kanäle angezeigt werden. So werden Zuschauer auf andere Livestream hingewiesen und die Chance erhöht, dass sie auch auf deinen Stream treffen.
Ansicht von IGTVs Live-Tab
Über IGTV siehst du alle Kanäle, die gerade live sind, ©Instagram
  • Creator Support durch Badges: Was auf der Livestreaming-Plattform Twitch oder seit Kurzem durch Super Follows auch bei Twitter hinlänglich bekannt ist, findet sich seit 2020 auch bei Instagram: Badges. Diese sind ein finanzieller Anreiz für Creator von Livevideos, um mit den Inhalten, die sie sowieso produzieren, zusätzlich zu verdienen. Als Zuschauer kaufst du das Badge eines Accounts, damit deine Kommentare in Livestreams herausstechen. So zeigst du nicht nur deinen Support für den Account, sondern erhöhst auch die Chance, dass dein Kommentar vom Host gelesen oder du direkt angesprochen wirst.
So erscheinen die Badges neben deinem Nutzernamen
Badges werden im Livevideo direkt neben deinem Nutzernamen angezeigt, ©Instagram

2. Das Jahr der Livestreams: Was sich bei Instagram Live ändert und wie du es nutzt

Obwohl Instagrams bisheriges Live-Format gerade im letzten Jahr viele Änderungen erlebte, waren Livestreams bisher auf zwei teilnehmende Accounts beschränkt. Doch das gehört der Vergangenheit an: Wenn du eine Instagram-Live-Session startest, kannst du nun bis zu drei weitere Teilnehmer dazu einladen. Für etablierte Formate bedeutet das völlig neue Potenziale: Aus einem Talk im Dialog wird nun eine richtige Talkrunde, eine vierköpfige Band veranstaltet eine richtige Jamsession, Live-Webinare oder -Kurse mit mehreren Experten werden möglich.

Ansicht der neuen Instagram Live Rooms
So sehen die neuen Live-Rooms aus, ©Instagram

Der Schritt Instagrams, die Live-Funktion rein quantitativ zu erweitern, liegt als Echo auf den Hype um Clubhouse nahe. Auch wenn dort mehr als vier Personen live zusammenkommen und sich austauschen können, ist eine Erweiterung auf vier Teilnehmer an einem Livestream für eine audiovisuelle Plattform schon ein massiver Schritt. Zudem wirken die Inhalte bei bis zu vier Hosts noch nicht überbordend, weshalb die Erweiterung genau im richtigen Maß erfolgt. Wir zeigen dir, warum nicht nur Creator und Zuschauer von der Neuerung profitieren.

2.1. Aus Creatorsicht: So nutzt du die erweiterten Instagram Livestreams am besten

Für Creator bieten Live-Rooms nicht nur die Möglichkeit, ein Unternehmen aufzubauen oder zu promoten und Geld zu verdienen, sondern auch, sich in einem umkämpften Markt aus zahlreichen Experten und Influencern zu positionieren. Die Erweiterung birgt außerdem das Potenzial, die eigene Zielgruppe besser zu erreichen und sie sogar zu erweitern. Das gilt sowohl für influencerrelevante Bereiche als auch für andere Themengebiete und Interessenslagen.

Wir verdeutlichen das einmal anhand des Beispiels einer Person mit Marketingbezug, die einen kleinen Account mit wenigen Followern besitzt: Du arbeitest in einer Agentur oder bist Dozent für Marketing an einer kleinen Hochschule. Privat hast du schon einige Kontakte zu Thought Leadern aus der Marketingbranche geknüpft. Jene Thought Leader haben in der Regel eine sehr große Anzahl an relevanten Followern auf ihren Social-Media-Kanälen. Einer von ihnen startet nun ein Expertenpanel auf Instagram – z. B. zum Thema SEO – und erinnert sich an deine Expertise. Er lädt dich ein und schon nimmst du am Live-Talk teil. Nun sehen dich nicht nur deine Follower, sondern auch seine und die der anderen beiden Experten – eine immense Zielgruppe also! Bei einer guten Performance bleibst du den Zuschauern in Erinnerung und gewinnst womöglich viele neue Follower. Durch das Personal Branding positionierst du dich als Experte, der nun von einer größeren Gruppe wahrgenommen wird. So bekommst du die Möglichkeit, auch außerhalb Instagrams dein Wissen in Seminaren, Webinaren oder auf Konferenzen zu teilen.

Insgesamt sind die Live-Rooms also nicht nur für Creator oder Unternehmen mit großen Accounts relevant. Auch Nutzer mit geringer Followerzahl können die Funktion für ihre Zwecke nutzen. Als Privatperson öffnest du beispielsweise einen Live-Room mit deinen besten Freunden. Zusammen legt ihr einen bestimmten Personenkreis als Zuschauer fest. Über „beste Freunde“-Listen, die es auch bei Stories gibt, begrenzt ihr die Zuschauerzahl und bleibt im kleinen Kreis.

2.2. Aus Sicht der Zuschauer: Sehen und gesehen werden

Als reiner Konsument bzw. als Zuschauer der Livestreams ändert sich durch die Live-Rooms relativ wenig: Wie bereits erwähnt kannst du seit letztem Jahr Livecreator durch den Kauf von Badges unterstützen. Das ist nun auch in den Live-Rooms möglich. So wirst du selbst bei Zuschauern von vier Host-Accounts in einem Live-Room deutlich sichtbarer. Wenn ein oder zwei Hosts beispielsweise eine Q&A-Session machen, wirst du eventuell sogar visuell in den Live-Room geholt. Mit etwas Glück kommst du so mit deinen Vorbildern ins Gespräch.

2.3. Transparenz und Sicherheit: So profitieren alle von den neuen Live Rooms

Damit Creator möglichst wirkungsvoll mit ihren Zuschauern agieren können, legt Instagram bei den Streams einen starken Fokus auf Sicherheit. Von den Hosts blockierte Nutzer dürfen den Live-Room weder sehen noch als Co-Host betreten. Wer in der Vergangenheit generell gegen Instagrams Richtlinien von Livestreams verstoßen hat, darf ebenfalls nicht teilnehmen. Creator reagieren direkt auf Missbräuche der Live-Rooms, indem sie Kommentare melden oder blockieren oder im Vorhinein Filterfunktionen bei Kommentaren einsetzen. So wird die User Experience in den Live-Rooms verbessert, da die Gefahr durch Spam-Bots, Internettrolle und Fake-Profile minimiert wird.

3. Neue Instagram Live Rooms: Mit Startvorteilen in eine aufregende Zukunft

Obwohl Instagram schon seit Jahren eine Livestream-Funktion anbietet und einer der Platzhirsche der Social-Media-Branche ist, musste die Plattform wegen neu aufkommender Konkurrenz nun noch mal nachrüsten. Clubhouse hat zuerst Kapital aus dem Lockdown geschlagen, indem es ein spannendes Format als Antwort auf das Zuhausebleiben der Nutzer startete. Erst vor Kurzem zog Twitter mit seinen Audio-Spaces nach, wobei wir auch schon beim Knackpunkt sind:

Sowohl Clubhouse und Twitter Spaces sind Audio-Räume, wohingegen Instagram Live Rooms audiovisuelle Räume sind. Zwar ergeben sich trotz dieses Unterschieds ähnliche Nutzungsmöglichkeiten, jedoch lassen sich diese je nach Plattform unterschiedlich ausspielen. Kurz gefasst lassen sich in Clubhouses und Twitters Audio-Räumen gut Formate einsetzen, die im Radio oder in Podcasts schon funktionieren. Auf Instagram kommt der visuelle Reiz hinzu, der normalerweise dem Fernsehen, Streaming oder sozialen Medien allgemein innewohnt. So nutzt du Live-Rooms auch für sichtbare Content Creation und sicherst dir durch den Einsatz visueller Stilmittel die Aufmerksamkeit der Konsumenten.

Allgemein lassen sich einzelne Produkte durch ein visuelles Format wie die Instagram Livestreams besser in den Fokus rücken. Wenn ein Unternehmen – beispielsweise ein Sportartikelhersteller – einen Live-Room mit einem oder mehreren Fitness-Influencern startet, ist eine erhöhte Aufmerksamkeit für die im Livevideo verwendeten Produkte nahezu gewiss. Sowohl für das Influencer- als auch für das Content Marketing ergeben sich durch Instagram Live Rooms also nochmal ganz neue Potenziale für den Einsatz von Social Media.

Rein infrastrukturell hat die Live-Room-Funktion perfekte Startvoraussetzungen, womit sie gegenüber Twitter Spaces und Clubhouse klar im Vorteil ist. Letztere sind momentan nur für iOS-Nutzer verfügbar und im Falle von Clubhouse musst du dir deine Follower quasi neu erarbeiten. Instagram hingegen verfügt über funktionsfähige Apps für alle Geräte und selbst über den Desktop startest du einen Stream im Handumdrehen. Als wäre das Upgrade für die Livestreams nicht genug, plant Mark Zuckerberg für die Zukunft sogar einen direkten Konkurrenten für Clubhouse. Es bleibt also spannend im Silicon Valley und insbesondere im Facebook-Konzern!


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Fionn Kientzler

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