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Live und direkt: Warum Live Video Content Marketing 2021 nicht wegzudenken ist

Live Video Content überholt bereits jetzt alle anderen Content-Formate. Wer das Format für sich entdecken und als Teil der eigenen Markenkommunikation etablieren möchte, sollte bereits das Medium kultivieren.

Der Jahreswechsel war für viele Menschen anders als in den Jahren zuvor. Es fehlten das gemeinsame Anstoßen, Feiern und Umarmen. Stattdessen hieß es, zu Hause bleiben und ruhig in das neue, sehnsüchtig erwartete Jahr starten. Jedoch zeigt solch eine besondere Situation eines: Livestreams bringen uns Nähe und Kontakt zur Außenwelt. So konnten wir trotz Lockdown die größten Feuerwerke der Welt bestaunen und für ein bisschen Stimmung sorgen. Es wird also auch Zeit für Unternehmen, die Relevanz von Live Video Content zu erkennen. Einer Prognose von Cisco zufolge, werden Online Videos bis Ende 2023 insgesamt für 82 % des gesamten Consumer Traffics im Internet verantwortlich sein. 

Live Video Content wird dabei augenscheinlich zur Königsdisziplin und machte in den vergangenen Jahren enorme Sprünge: Vom Underdog zum TV-Ersatz vor allem auf Social-Media-Plattformen konnten Live-Bewegtbildinhalte erst einen Hype und nun ein alltägliches Nutzererlebnis mit hoher Interaktion etablieren. Bereits 2016 schauten sich 81 % mehr Zuschauer als im Jahr zuvor Live Video Content an.

Person macht Video auf Konzert

Livestream.com hat eine beeindruckende Liste mit Zahlen und Fakten zum Thema Live-Stream Videos zusammengestellt. Unter anderem stechen folgende Erkenntnisse heraus:

  • 82 % der Nutzer bevorzugen ein Live Video von einer Brand anstelle eines anderen Posts in den sozialen Medien
  • 87 % der Nutzer bevorzugen Behind the Scenes Content
  • 78 % der Nutzer schauen sich Videos auf Facebook Live an
  • Videos generieren 1200 % mehr Shares auf den Social-Media-Plattformen als Bild-Text-Kombinationen
  • Nutzer schenken Live Video Content achtmal mehr Zeit als einem Video on Demand

Wie also kann Live Video Content Marketing komplementieren und strategisch sowie nachhaltig zu mehr Sichtbarkeit und ökonomischen Outcome führen?

Ob über Facebook, Youtube, Twitter, Instagram oder Snapchat: Live Video Content führt zu einer Verschmelzung von PR, Social Media und Content Marketing. Der direkte und unmittelbare Charakter des Live Content vermittelt dem Nutzer eine Nähe zum Unternehmen, der Marke und den Produkten. Dies erklärt das positive Nutzerverhalten: Der Nutzer möchte Inhalte, die ihn überzeugen, ehrlich wirken, eine emotionale Bindung erlauben und gleichzeitig die Möglichkeit geben, sich sein eigenes Bild zu machen. Unmittelbare Informationen aus erster Hand übertreffen sorgfältig aufbereitete Beiträge in ihrer glaubwürdigen Strahlkraft.

Wie Live Video Content Marketing zum Marken-Booster macht

altere Kamera mit Aufklebers des Facebook Symbols und den Schriftzug "Live"

Live-Stream Videos eignen sich für das Content Marketing besonders gut aus zwei Gründen:

  • Authentizität: Live Videos sind direkt, ungeschönt und unmittelbar. Der Nutzer hat das Gefühl bei dem Geschehen dabei zu sein – er nimmt den Inhalt wie ein Erlebnis wahr. Er empfindet den Inhalt als glaubwürdig.
  • Nahbarkeit: Der Nutzer bekommt das Gefühl, einen direkten Draht zu dem Unternehmen, einzelnen Personen oder Marken aufzubauen. Er fühlt sich als Teilhaber und Mitakteur des Geschehens.

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – jeden Monat werden dort 3 Milliarden Suchanfragen verarbeitet. Videos stehen im Zentrum des Konsum von Inhalten im Internet. Eine Content-Marketing-Strategie mit Videos ist spätestens jetzt keine Option mehr. Hinzu kommt die Tatsache, dass Videos von Facebook und Google häufiger an die Nutzer ausgespielt werden. Denn sie verursachen mehr Interesse, steigern die Nutzer Experience und versprechen mehr Nutzer Interaktion. Das Video-Format verspricht also von Anfang an eine höhere Reichweite als ein Blog-Beitrag mit gleichem Inhalt.

Live-Streaming verspricht jedoch den größten Impact:

  • Es rechtfertigt eine mindere Produktions-Qualität mit dem unmittelbaren Charakter des Geschehens.
  • Es bietet einen maximalen Aktualitätsfaktor und bildet eine Schnittstelle zwischen Kommunikation, Zuschauer und Event.
  • Plattformen wie Snapchat oder Instagram versuchen den Effekt zu steigern, indem sie die Videos nach kurzer Zeit wieder löschen. Die Vergänglichkeit des Moments steigert die Neugier und triggert unsere Fear Of Missing Out.

Jedoch müssen Unternehmen vorsichtig sein und sich bemühen, interessant zu bleiben. Das Spiel mit der Neugier reicht nicht, um eine Community aufzubauen. Relevante Inhalte müssen kontinuierlich geliefert werden, um ein langfristiges Vertrauen zu der Zielgruppe aufzubauen und das Unternehmen sowie die Marke im Bewusstsein des Nutzers als Anlaufstelle für wirklich interessanten Live Video Content zu etablieren. Alles andere erreicht einen ähnlichen Effekt wie Werbung: Die Medien einer Marke werden nicht länger als Mehrwert-Lieferanten empfunden, sondern schlicht ignoriert.

Livestreams als Chance für höheren Content Output:

Live-Videos bieten zudem die Möglichkeit, einfach und schnell den Output an Video-Content erhöhen.

  • Ist die technische Ausstattung einmal vorhanden, kann ein Livestream ohne größeren Aufwand auch spontan gestartet werden. Unternehmen können sich damit einen eigenen Sendeplan erstellen. 
  • Livestreams können aufgenommen werden und später in kleineren teilen “snackable Content” erneut veröffentlicht werden. Dadurch kann eine Symbiose zwischen dem normalen Video-Content und dem Live-Video-Content geschaffen werden indem beide gegenseitig Views für den anderen 

Live-Videos nur im B2C? 

Live-Videos sind keineswegs nur für B2C-Unternehmen geeignet. Auch wenn in mit B2C-Livestreams höhere Zuschauerzahlen erreicht werden können, können auch B2B-Unternehmen das Format gewinnbringend für sich nutzen. 

Ein hervorragendes Beispiel für einen B2B-Livestream ist Googles “SEO Office Hours Hangout”. In diesen Livestreams steht das Beantworten von Fragen rund um das Veröffentlichen von Inhalten im Internet und ihrer Präsenz im Fokus. Das Webmasterteam widmet sich also Themen wie XML-Sitemaps, Crawlen und Indexieren, Duplicate Content u.v.m. Der Zugang zu diesem Livestream ist kostenlos und ermöglicht es den Zuschauern, Fragen zu stellen und damit aktuelle Probleme zu lösen. Insbesondere im B2B-Bereich müssen häufig komplexe und zum Teil abstrakte Sachverhalte verständlich aufbereitet werden. Bewegtbildinhalte und Interaktion in Echtzeit mit der Zielgruppe eignen sich daher besonders gut im B2B.

Konzept-Leitfaden für Live-Video Content

  • Worum dreht sich der Livestreams thematisch?
    Es ist wichtig, dass das Unternehmen für sich selbst als auch für die Zuschauer definiert, worum es in dem Livestream thematisch geht.
  • Wie regelmäßig soll Live Video Content angeboten werden?
    Von mehrmals wöchentlich bis einmal monatlich ist alles möglich, um ein Live-Format zu etablieren.
  • Wie sollen die Zuschauer in den Stream eingebunden werden?
    Können die Zuschauer selbst die Inhalte bestimmen, wie wird auf Fragen eingegangen, können Zuschauer ggf. sogar per Video dem Livestream beitreten?
  • Einbettung des Live-Format in die bestehende Kommunikationsstrategie
    Damit Interessenten vom Live-Format wissen, sollte das neue Format auf anderen bestehenden Kanälen angekündigt und erklärt werden. So ist für alle Beteiligten klar, was sie erwarten können.
  • Flexibel, offen und ehrlich sein
    “Live gehen” bedeutet sich unmittelbar und offen zu zeigen. Offenheit und Ehrlichkeit sind deswegen von zentraler Bedeutung bei der Interaktion mit den Zuschauern. 

Live ist live – Nachteile von Live-Formaten

Unternehmen müssen sich im Klaren sein, dass Live-Formate neben den angesprochenen Vorteilen auch Nachteile bzw. Herausforderungen mit sich bringen. Die größten Herausforderungen ergeben sich dadurch, dass Fehler in Echtzeit nicht rückgängig gemacht werden können und Zuschauer auch negativen Einfluss auf den Stream haben können. Zum Beispiel kann Spam im Zuschaue-Chat die Interaktion beeinträchtigen; unangenehme Fragen können aufkommen oder versehentlich vertrauliche Informationen preisgegeben werden. Da all dies Live passiert kann nichts geschnitten oder rückgängig gemacht werden. Deswegen muss vorher festgelegt werden, wie Störfaktoren vermieden werden sollen bzw. nach ihrem Auftreten entfernt werden können.

Fazit

In den letzten Jahren konnten wir beobachten, wie sich der Konsum und die Nachfrage nach Video-Inhalten von 30-Sekunden-Ads zu Vlogs bis hin zu Live Streams entwickelt hat. Neue Technologien, aber vor allem die aktuell grassierende Corona-Pandemie haben diesen Prozess sogar beschleunigt. Demnach wird es 2021 wichtiger als je zuvor sein, seine Zielgruppe dort zu erreichen, wo sich aufhält – und zwar Zuhause. Live Videos sind die ideale Maßnahme um in Echtzeit zu interagieren, Beziehung zu seinen Zuschauern aufzubauen und gleichzeitig eine möglichst hohe Time-On-Site zu erreichen. Egal ob B2C oder B2B – es ist ratsam, sich mit dem immer mehr wachsenden Format anzunehmen, um langfristig kein Potenzial zu verschenken. 


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Fionn Kientzler

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