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9 wichtige SEO Trends im Jahr 2022

SEO ist ein stetiger Prozess voller Veränderungen. Zwar wird 2022 das Rad nicht neu erfunden, doch um mitzuhalten, solltest du einige Trends berücksichtigen. Wir haben 9 wichtige SEO Trends 2022 zusammengetragen.

SEO Trend #1: Google Core Web Vitals bleiben uns erhalten

Einer der SEO Trends des Sommers 2021 war vor allem eines: Google Core Updates und zwar im Marathon! Was sich schon Anfang des Jahres mit den Core Web Vitals angekündigt hat, hat SEOs das ganze letzte Jahr in Atem gehalten. Google hat die SERPs durchmischt, es gab eine Korrektur, ein weiteres Update und noch eines. Das Ergebnis: Die Page Experience ist ein wichtiger Rankingfaktor und begleitet uns auch noch im Jahr 2022. Im Mittelpunkt all dessen stehen die Core Web Vitals.

Die Core Web Vitals sind Kennzahlen für die Metriken Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift.

  • Largest Contentful Paint (LCP): Die Metrik Largest Contentful Paint gibt die Ladezeit des Hauptinhalts in Millisekunden an, der sich im Sichtfeld der User:innen befindet. 
  • First Input Delay (FID): Der Input Delay misst die Zeit in Millisekunden bis zur  ersten möglichen Interaktion der User:innen mit der Seite (z. B. Klick auf einen Link oder Dateneingabe in ein Formular). 
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Der Cumulative Layout Shift gibt einen Wert an für Layout Veränderungen des sichtbaren Seiteninhalts während des Ladevorgangs. Dieser Wert berücksichtigt, ob und wie stark sich der Inhalt nach dem Laden der Seite noch verändert.
Core Web Vitals und Bewertungsskalen
Abb.1: LCP, FID und CLS und ihre Bewertungsskala

Zusammen mit weiteren bekannten Indikatoren für die Page Experience wie z. B. die Optimierung für Mobile bilden die Core Web Vitals das Fundament von technischem SEO (Abb. 2). 

Core Web Vitals und weitere Aspekte
Abb. 2: Die Core Web Vitals und andere Einflussfaktoren Quelle: https://developers.google.com/search/blog/2020/05/evaluating-page-experience

Sind deine Web Vitals nach wie vor nicht optimal? Dann lohnt es sich, diesen SEO Trend auch 2022 mit Zeit und Geld zu beachten.

SEO Trend #2: User Experience

Die User Experience ist für Google ein wichtiger Baustein zur Bewertung einer Website. Das haben im Jahr 2021 nicht zuletzt die gerade erwähnten Core Web Vitals gezeigt. User Signale, welche die Besucher:innen einer Webseite durch ihr Verhalten senden, sind sehr relevante Metriken für Suchmaschinen.

3 User Signals, die du im Blick haben solltest:

  • Time on page: Die Zeit, die der:die Nutzer:in auf einer Seite verbringt, sollte immer so hoch wie möglich sein. Betrachte sie allerdings immer relativ zur Funktion und der Länge des Inhalts der Seite.
  • Bounce Rate: Die Bounce Rate gibt in Prozent an, wie viele Besucher:innen die Seite ohne weitere Interaktion verlassen haben. Je höher die Bounce Rate ist, desto wahrscheinlicher hat die Seite die Erwartungen der User:innen nicht erfüllt.
  • CTR: Die Click Through Rate (Klicks auf ein Suchergebnis / Impressionen eines Suchergebnisses *100) ist ein deutliches Signal dafür, wie relevant und interessant ein Suchergebnis für User:innen ist. Ist die CTR niedrig, solltest du Meta Title und Meta Description überarbeiten.

Für Suchmaschinen ist zudem die Return to SERP Rate relevant, mit der sie auf die Zufriedenheit der Suchergebnisse schließen. Suchmaschinen können erkennen, ob User:innen nach der Rückkehr zu den Suchergebnissen die ursprüngliche Suche verändern und nach weiteren Treffern in den SERPs suchen.

Maßnahmen, die sich dadurch ergeben: Nach wie vor muss der Content die Bedürfnisse der User:innen im Blick haben und möglichst holistisch behandeln. Aber auch das Thema Content UX ist relevant. Gestaltest du deine Website und deine Artikel möglichst nutzerfreundlich und integrierst du Boxen, Bullets, Checkliste oder andere Elemente, um den Content aufzulockern, stehen die Chancen auf starke User Signale extrem gut.

SEO Trend #3: Video Content

Video Content ist sowohl auf der eigenen Website als auch auf YouTube ein SEO Trend für das Jahr 2022, mit dem du Mehrwert für User:innen generieren und Top Rankings erzielen kannst. 

Auch Videos zahlen auf die Page Experience ein, da Nutzer:innen die Möglichkeit haben, neben langen Texten auch Videos anzusehen. Lösen Unternehmen das Bedürfnis von (potenziellen) Kund:innen nach Video Information nicht, werden es andere tun. Millionen von Unboxing-, Tutorial-, oder Review-Videos auf Youtube sind Beweis dafür. 

Sowohl auf der eigenen Website als auch auf einem eigenen YouTube Kanal können Unternehmen Videos veröffentlichen, die auf die Probleme und Fragen der Besucher:innen eingehen. In den meisten Tools, kannst du dir nicht nur das Suchvolumen von Google anzeigen lassen, sondern auch bei YouTube. So erkennst du, für welche Themen User:innen nach Videos suchen.

Übrigens: Die Video Platfform YouTube ist die sichtbarste Website auf Google – vor Facebook und Wikipedia. Außerdem ist YouTube, gemessen an den Nutzerzahlen und Suchanfragen, die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Die Kreation von Videos zur Befriedigung der Informationsbedürfnisse von Kund:innen lohnt sich also nicht nur für die eigene Website, sondern auch für hohe Sichtbarkeit auf der größten Video Plattform.

Keywordoptimierung spielt hier keine Rolle? Weit gefehlt! Vor allem in den Metadaten des Videos solltest du Google zu verstehen geben, worum es in dem Video geht. Aber auch das gesprochene Wort darfst du nicht außer Acht lassen. Bringe dein Fokuskeyword auch auf der Tonebene unter, um der Suchmaschine ein Verständnis davon zu geben, für wen der Content relevant ist. Was zunächst erstaunlich klingt, trägt den Namen MUM und ist ein weitere SEO Trend 2022.

SEO Trend #4: Nach BERT kommt MUM

Im Sommer 2021 hat Google angekündigt, KI noch stärker in den Algorithmus einfließen zu lassen. Was seit 2019 als BERT bekannt ist und den Zusammenhang zwischen Text und Suchintentionen besser verstehen sollte, kommt nun mit MUM auf den Markt. MUM steht für Multitask United Model und bezieht nicht mehr allein Text ein, sondern Content als Ganzes.

Google kommt damit dem Anspruch nach, Content abseits von Text “verstehen” zu wollen. Mit diesem KI Ansatz rücken Inhalte von Bildern, Videos und Audios in den Fokus, auch diese soll der Algorithmus verstehen lernen. Dabei geht es aber nicht nur darum, visuellen und Audio Content auffindbar zu machen, Google möchte ebenfalls komplexere Suchanfragen verstehen und passende Seiten dazu ausgeben.

SEO Trend #5: Voice Search

Das Thema Sprachsuche ist im Bereich der Suchmaschinenoptimierung schon länger bekannt, dennoch ist es noch nicht ganz in den Fokus gerückt. Höchste Zeit, das 2022 zu ändern? Auf jeden Fall! Allein im Jahr 2020 ist der Umsatz auf diesem Markt um 20 % gestiegen, ein Trend der sich nicht nur 2021 vorgesetzt hat, im Jahr 2022 sprechen die Prognosen sogar von 40 % mehr Menschen, die diese Technologie nutzen. 

Die FAQs auf deiner Seite könnten ein guter Start sein, um einen Einstieg in Voice Search (Sprachsuche) zu schaffen. Formuliere die Fragen so, wie sie deine Audience stellt und beachte dabei, dass gesprochene Suchanfragen auch länger sein können als getippte.

Lerne in unserem Artikel “SEO Voice Search”, wie du diesem SEO Trend 2022 auch abseits der FAQs gerecht wirst.

SEO Trend #6: Rich Snippets werden immer richer

Google möchte zur Antwortmaschine werden, was SEOs vor Herausforderungen stellt. Auch im nächsten Jahr solltest du damit rechnen, immer komplexeren Snippets in den SERPs zu begegnen. Ein Beispiel ist ein schon genannter Trends: Videos. Hier versucht Google Timestamps zu integrieren, die dem User schon in den Suchergebnissen anzeigen, wo welcher Inhalt im Video vorkommt.

Auch Passage Indexing ist ein SEO Trend 2022. Google versucht verstärkt nicht nur Content als Ganzes zu sehen, sondern auch Unterkapitel und dessen Themen zu erfassen. So könnten wir in den Google Snippets nächstes Jahr noch stärker bestimmte Abschnitte als Vorschau in den Suchergebnissen sehen, die haargenau auf unsere Anfrage abzielen. Für SEOs bedeutet das: Die Struktur der Texte so denken, dass Unterthemen möglichst gut erkennbar sind.

SEO Trend #7: Berücksichtigung der Suchintention und EAT

Die Berücksichtigung der Suchintention der Nutzer:innen war immer ein zentrales Thema und bleibt es auch 2022. Denn es bringt nichts, User:innen Inhalte bereitzustellen, die nicht ihrer Suchintention entsprechen.

Google unterscheidet prinzipiell drei Arten von Suchintentionen: Know, Do, Go

  • Know: Bei einer Know Suchanfrage möchte der:die Nutzer:in Informationen zu einem Thema bekommen. 
  • Do: Do Suchanfragen zeigen immer eine gewisse Absicht an, etwas zu tun. Auch Suchanfragen, die auf den Kauf eines Produktes abzielen, zählen hierzu. 
  • Go: Mit einer Go Suchanfrage möchte der:die User:in zu einer bestimmten Website (oder auch Ort) navigieren; das Ziel ist also bekannt. 

Bei der Suchmaschinenoptimierung ist es also wichtig, zu identifizieren, welche Search Intents User:innen bei bestimmten Keywords haben, zu denen gerankt werden soll. Wird der Search Intent verfehlt kommt es – trotz möglicherweise vorübergehender hoher Sichtbarkeit – zu wenig Klicks aus den Suchergebnissen auf die eigene Website. 

Bei der Optimierung auf eine Suchintention solltest du EAT stets beachten. 

EAT steht für Expertise, Authority und Trustworthiness.  Diese drei Begriffe sind zwar kein offizieller algorithmischer Ranking Faktor, werden aber durch Google Search Quality Raters manuell kontrolliert und die Ergebnisse daraus in den Suchalgorithmus eingebaut. Webmaster:innen müssen also sicherstellen, dass die Website EAT ausstrahlt und auch belegen kann.

Besonders wichtig ist EAT für Websites, die Google thematisch in den Bereich Your Money or Your Life (YMYL) einordnet.  YMYL Websites sind Websites, deren Inhalte die Gesundheit, Lebensfreude, finanzielle Situation oder Sicherheit der User:innen beeinflussen können. Dazu zählen insbesondere Seiten aus den Bereichen Nachrichten, Recht, Regierung, Finanzen und Gesundheit. Hier ist es besonders wichtig, der Suchmaschine eine glaubhafte Autorität zu vermitteln.

SEO Trend #8: Datengetriebene Content Optimierung für SEO

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt auch für die Content Creation und Content Optimierung – unserem vorletzten SEO Trend für 2022. Denn erst durch eine datengestützte Analyse z. B. eines Textes erkennst du, ob das Keyword, zu dem der Text bei Google ranken soll, oft genug vorkommt und das Set um dieses Keyword hinreichend bedient wird (semantische Analyse). 

Deswegen ist es wichtig, bei der Erstellung von neuen Inhalten und der Optimierung von bestehen Inhalten neben dem eigenen Urteilsvermögen und der Erfahrung auch datengetriebene Verbesserungen vorzunehmen.

Zur Überprüfung eigener Texte und denen der Konkurrenz, sind z. B. Termlabs.io oder Searchmetrics sehr gut geeignet.

SEO Trend #9: Longtail SEO als Antwort auf Zero Click Search

Die zunehmende Menge an Zero Click Searches in Suchmaschinen stellt Webmaster:innen und SEOs vor ein Problem.

Zero Click Searches sind kurze Suchanfragen, bei denen die Antwort bereits in den Suchergebnissen auftaucht und der:die User:in nicht mehr auf einen weiteren Link klicken muss. Dadurch geht für Seitenbetreiber:innen wertvoller Traffic verloren (siehe Abb. 3).
Sucherergebnis für "Einwohner Deutschland"
Abb. 3. Bei der Suchanfrage “Bevölkerung Deutschland” bekommen User:innen alle Informationen direkt in der SERP angezeigt.

Zero Click Searches entstehen jedoch bis jetzt nur bei einfachen und/oder häufig vorkommenden Suchanfragen. Deswegen gewinnt Longtail SEO an Wichtigkeit, da sich Longtail auf komplexe Suchanfragen mit geringem Suchvolumen konzentriert und diese in der Regel aufgrund ihrer Komplexität nicht in der SERP beantwortet werden können. 

Hinweis
Seit Google im BERT Update das Verständnis von komplexen Suchanfragen verbessert hat, ist die Zahl der Zero Click Search Anfragen erkennbar gestiegen. Die Suchanfragen “Einwohner Deutschland” und “Wie viele Menschen leben in Deutschland aktuell” zeigen beide als Ergebnis (Abb. 3). Welche Auswirkungen das MUM Update an dieser stelle haben wird, bleibt unklar.

Indem Seitenbetreiber:innen darauf hinarbeiten, für komplexere Keywords insbesondere im Longtail zu ranken, können sie der Gefahr einer möglichen Zero Click Search aus dem Weg gehen. 

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Fionn Kientzler

Fionn ist Managing Partner bei suxeedo und hat in dieser Position schon über 300 Kampagnen mit zahlreichen DAX- und Fortune 500-Unternehmen verantwortet. Darüber hinaus ist er regelmäßig Speaker auf nationalen und internationalen Marketing Konferenzen und Events.


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Fionn Kientzler

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