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PR Trends 2022: Fünf wichtige Prognosen für die Zukunft

Das Zusammenwachsen der Medien im digitalen Zeitalter erfordert ein Umdenken: Die PR Trends von heute deuten auf innovative Content Marketing Strategien von morgen. Wir zeigen dir in unserem Ausblick auf die PR Trends des Jahres 2022 was das mit Influencer:innen, Seeding, Crossmedialität und sozialem Bewusstsein zu tun hat!

Da die die Auflagen deutscher Tages- und Wochenendzeitungen seit 1995 um mehr als 16 Millionen Exemplare  gesunken sind (Tendenz steigend) und die zunehmende Online-Kommunikation zu einem Medienbruch zwischen den etablierten Printmedien und den verstärkt digitalen Touchpoints führt, kann klassische PR kein Zukunftsmodell der Unternehmenskommunikation sein. Stattdessen bietet der Medienwandel der PR Möglichkeiten und die Notwendigkeit, sich neu zu erfinden. Die PR Trends für das Jahr 2022 deuten auf eine interdisziplinäre Kommunikation, welche die Grenzen der Abteilungen verwischt und einen Paradigmenwechsel von der Content Creation bis zur Distribution bedeutet. Wir schauen uns das im Kontext von Seeding, Multiplikatoren, Crossmedialität und vielem mehr genauer an!

Statistik zur Auflage deutscher Tageszeitungen
© Statista 2021

1. Online PR wird in Form von Seeding zur Kernkompetenz

Die relevanten Touchpoints der Stakeholder verlagern sich zunehmend und bald vollständig in den digitalen Raum. Online PR ist keine Nische der Unternehmenskommunikation, sondern DAS Instrument der Zukunft. Wer präsent und relevant bleiben möchte, sollte sich frühzeitig Assets im Web aufbauen und sein Unternehmen, die Marke und die eigenen Plattformen zu einer Autorität entwickeln.

Mithilfe von PR-Seeding können Unternehmen ihre Botschaft strategisch verbreiten, einen organischen Linkaufbau vorantreiben und den Medienbruch zwischen owned- und earnedMedia-Plattformen vermeiden. Die Online Positionierung ist unumgänglich, da die Zielgruppe gerade im Web nach Antworten sucht, sich organisiert und mit Marken interagiert.

Tipp:
Hier gilt es professionelles SEO zu betreiben, um sichtbar und auffindbar zu sein. Denn: Wer die User in ihren Bedürfnissen auf ihrer Customer Journey anspricht, gewinnt bald das Vertrauen der ganzen Zielgruppe. SEO Agenturen, die genau darauf spezialisiert sind, können dich dabei unterstützen.

 

Personen sitzen zusammen mit ihren MacBooks

2. Verknüpfung von PR und Content Marketing ist zwingend

Ob mit einem eigenen Online Magazin wie Coca Colas Journey oder in Form eines Youtube-Kanals wie bei Siemens: Die großen Player der Industrie betreiben eine zunehmend inhaltsgetriebene Unternehmenskommunikation, welche sich über den Mehrwert für die Stakeholder definiert. Es geht weniger darum, sich als Unternehmen zu profilieren, als vielmehr einen Content anzubieten, für den das Unternehmen steht. Die Tage des traditionellen Reputations-Risiko-Managements sind längst vorbei.

Stattdessen müssen Unternehmen zum Medium werden, den Zielgruppen Expertise bieten und bedürfnisorientierte Angebote machen.

Tipp:
Die inhaltliche Profilierung steht im Zentrum der PR und muss durch ihren Mehrwert überzeugen. Sie muss die Zielgruppe also dort abholen, wo sie sich befindet – und nicht dort, wo sich das Unternehmen selber gerne sieht.

3. Kooperation mit externen Multiplikatoren

PR (und damit auch Digital PR) Agenturen – müssen im Jahr 2022 verstärkt auf die Zusammenarbeit mit inhaltlich verwandten und relevanten Influencer:innen und Opinion Leaders setzen. Ob Youtube-Stars oder Blogger:innen – sie können alle als Multiplikatoren dienen, die nicht bloß als Testimonials fungieren (bloß ein T-Shirt mit dem Markenlogo tragen oder ein Produkt des Unternehmens öffentlich nutzen), sondern von der Creation bis zur Distribution der PR Inhalte fester Bestandteil der Kommunikationsstrategie sind.

  • Multiplikatoren werden in Zukunft verstärkt in die Markenkommunikation des Unternehmens involviert, um das Brandimage aktiv mitzugestalten.
  • Während sie in die Gestaltung und die Kommunikation des Contents mit einbezogen werden und die Marke mit ihrer Expertise aufladen, erhalten sie gleichzeitig die Möglichkeit zur eigenen Profilierung ihrer Personenmarke.
  • Dabei macht sich das Unternehmen die Aufmerksamkeit und die Reichweite ihrer Fan Base zunutze. Deren Interesse wird an dem Multiplikator mit der Botschaft der Marke zusammengebracht.
  • Deswegen müssen Personenmarke des Multiplikators und Botschaft der Marke eine inhaltliche Schnittmenge besitzen. Wenn diese groß genug ist, erscheint eine Kooperation glaubwürdiger.
  • Im Hinblick auf die Kanäle und die Community der Multiplikatoren wird der Content also mit einem viralen Potential zusammengeführt, welches sich durch ein proaktives Seeding entfalten kann.

4. PR muss crossmedial und ganzheitlich funktionieren

cross media

Content darf nicht länger bloß für ein Medium konzipiert werden, sondern muss alle verfügbaren Kanäle der Zielgruppe bespielen. PR-Marketer müssen groß denken und das Potential eines Inhaltes für Online-Magazine ebenso wie für Social Media-Postings erkennen.

Tipp:
Die PR-Strategie darf sich auf den einzelnen Kanälen nicht widersprechen. Stattdessen muss sie mit einer einheitlichen Botschaft formal und zeitlich aufeinander abgestimmt werden.

Ob Owned, Earned oder Paid: die einzelnen Kanäle wachsen zusammen, die Schnittstellen werden größer und die Kommunikation muss auf allen Ebenen stattfinden. Wer die einzelnen Teilbereiche der Kommunikation unter einer gemeinsamen Content Strategie vereint, wird die viralen Möglichkeiten für sich nutzen können. Wer die Medienkonvergenz ignoriert, widerspricht sich formal, zeitlich und inhaltlich und setzt die eigene Glaubwürdigkeit aufs Spiel.

5. Politische und soziale Positionierung über PR

Sproutsocial fand heraus, dass rund 70 % aller Konsument:innen von Marken und Unternehmen erwartet, sich bei sozialen und politischen Themen zu positionieren, wenn die Gelegenheit gegeben ist. Seit dem Jahr 2017 ist dieses Bedürfnis der Konsument:innen um ganze 66 % angestiegen! Unternehmen tun also gut daran, den Erwartungen gerecht zu werden. Die PR Industrie selbst entwickelt sich dahingehend weiter. Warum sollten Agenturen das nicht auch in der Kommunikation für ihre Kund:innen tun?

Die Erwartung der Konsument:innen entwickelte sich vor allem im Kontext jüngster sozialer Bewegungen. Sei es Black Lives Matter, Pride Month, Fridays for Future etc. – große Marken wie Nike oder Ben & Jerry’s haben sich bereits positioniert. Wer das nicht tut riskiert es, in der Gunst der möglichen Kundschaft zu sinken. Das gilt vor allem für jüngere Konsument:innen, die soziales Bewusstsein stärker priorisieren. Auch Influencer:innen, die vor allem in jener Zielgruppe Einfluss haben, positionieren sich und werden damit den Anforderungen ihrer Followerschaft gerecht.

Für Unternehmen lohnt es sich nicht nur aus moralischen Gesichtspunkten nachzuziehen: Laut einer McKinsey Studie generieren Unternehmen, die soziale Themen wie Diversität, Inklusion und Co. in ihre Kommunikation einbeziehen, 19 % mehr Umsatz! PR ist dabei genau das richtige Hilfsmittel. Doch Obacht: Wer bspw. nur eine einmalige Kampagne zum Thema Umweltschutz umsetzt, der riskiert, dass Konsument:innen diese Maßnahme schnell als Greenwashing abstempeln. Eine PR Strategie mit Fokus auf politische und gesamtgesellschaftlich relevante Themen muss also nachhaltig angelegt werden.


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Fionn Kientzler

Fionn Kientzler

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