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Die Erfolgsrezepte des OTC und Rx Marketings: Medikamente vermarkten in wenigen Schritten

Wir werfen einen Blick auf alle wichtigen Aspekte des OTC und Rx Marketings: Von der Zielgruppenanalyse über die Produktpositionierung bis hin zur effektiven Kommunikation und den rechtlichen Rahmenbedingungen – wir haben alles für dich abgedeckt!

Marketingstrategien und die Pharmaindustrie haben eine ganz besondere Beziehung. Das liegt in erster Linie an den besonderen rechtlichen Gegebenheiten, die Pharmaunternehmen bei der Kommunikation zu ihren Produkten beachten müssen. Die mitunter komplizierten regulatorischen Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass viele Arzneimittelanbieter:innen eher konservativ in ihrer Kommunikation zu Werke gehen. Wir haben Tipps für dich, wie du dich korrekt verhältst und trotzdem noch eine überzeugende Kampagne für verschiedene Zielgruppen umsetzt. 

Generell ist es in einer Welt, in der Rx- und gerade OTC-Produkte immer präsenter und einfacher zu erhalten sind (Stichwort Versandapotheken), entscheidend, mit seiner Marke aus der Masse an Anbieter:innen herauszustechen. Doch der Wettbewerb findet längst nicht mehr nur in den klassischen Suchergebnislisten statt: In einer Zeit, in der Patient:innen und Fachkreise ihre Fragen vermehrt an generative KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity richten, ist die Präsenz in diesen neuen Suchumgebungen für Pharmaunternehmen geschäftskritisch geworden. 

Gerade im Kontext von Pharma- und Healthcareunternehmen ist Vertrauen ein zentraler Faktor. Nur wenn die Zielgruppe deinen Produkten und den digitalen Antworten darüber vollends vertraut, kannst du Medikamente langfristig erfolgreich vermarkten. In diesem Artikel enthüllen wir für dich die geheimen Rezepte des OTC- und Rx-Marketings, durch die du Vertrauen aufbaust, rechtlich abgesichert bleibst und in der Ära der KI-Suche im Fokus der relevanten Zielgruppen stehst.

Von Definition bis rechtliche Rahmenbedingungen: Die Grundlagen von OTC und Rx Marketing

Die wohl wichtigste Unterscheidung zwischen OTC- und Rx-Produkten der Pharmaindustrie liegt in den Umständen, unter denen sie verkauft werden. OTC steht für „Over the Counter“, also alles, was legal über die (inzwischen meist digitale) Ladentheke verkauft werden darf. Rx steht andererseits für verschreibungspflichtige Arzneimittel, für deren Verkauf ein Rezept erforderlich ist. In der heutigen digitalen Landschaft erweitert sich dieser Rahmen: Es geht nicht mehr nur um den Ort des Verkaufs, sondern auch darum, wie Informationen über diese Produkte in Suchmaschinen und KI-Umgebungen gefunden und verarbeitet werden. Wir zeigen dir in diesem Kapitel, welche rechtlichen Implikationen sich daraus für das Marketing ergeben.

Definition von OTC und Rx

Over the Counter Arzneimittel sind in der Regel frei verkäufliche Produkte, die ohne ärztliche Verschreibung erhältlich sind. Diese Medikamente dürfen vor allem in Apotheken, aber auch in Drogerien und Supermärkten angeboten werden. OTC-Produkte nutzen wir vor allem zur Selbstmedikation bei leichten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Erkältungen oder Magenproblemen. Da hier die Endverbraucher:innen die Zielgruppe ist, sollte für die Vermarktung das B2C Marketing das Mittel der Wahl sein. Heute nutzen Patient:innen für die Rechercheneben klassischen Suchmaschinen wie Google auch vermehrt KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity, was OTC-Marken vor die Chance stellt, bereits in der dialogorientierten Suche als Lösung präsent zu sein. OTC-Produkte dürfen in der Öffentlichkeit beworben werden, um das Bewusstsein zu erhöhen und Verkäufe anzuregen.

Rx steht für „Prescription“ und bezieht sich auf verschreibungspflichtige Arzneimittel, die nur auf Anweisung von Ärzt:innen erhältlich sind. Mit diesen Medikamenten werden oft schwere Erkrankungen oder chronische Zustände behandelt, die eine genaue Diagnose erfordern. Rx-Produkte müssen auf jeden Fall von Ärzt:innen verschrieben werden und entweder in der Apotheke abgeholt oder online bestellt werden. Die Zielgruppe für Rx-Arzneimittel sind vor allem Ärzt:innen und Apotheker:innen, weshalb du hier auf Strategien aus dem B2B Marketing vertrauen solltest. Im Vergleich zum OTC-Marketing ist das Rx-Pendant durch regulatorische Einschränkungen wie das Heilmittelwerbegesetz (HWG) stark beschnitten. So dürfen Endverbraucher:innen in der Kommunikation nicht direkt adressiert werden – ein Umstand, der auch bei der technischen Indexierung von Inhalten für KI-Crawler strikt beachtet werden muss (z. B. durch geschlossene Fachkreisbereiche via DocCheck).

Die Rolle von OTC und Rx Marketing innerhalb der Pharmaindustrie

Das Pharma Marketing ist insgesamt stark von gesetzlichen Vorgaben beeinflusst, was sich naturgemäß auch auf die Vermarktung auswirkt. Dennoch sind OTC- und Rx-Marketing wichtige Maßnahmen, um die Bekanntheit von Medikamenten zu steigern. In der Ära von Search Everywhere reicht es nicht mehr, nur „da zu sein“. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Informationen so hochwertig und fachlich fundiert sind, dass sie von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle für das sogenannte Grounding genutzt werden. 

Unabhängig von den rechtlichen Bestimmungen sind die obersten Ziele der Aufbau einer starken Markenpräsenz und das Vertrauen der Zielgruppe. Gerade bei Gesundheitsthemen ist Vertrauen das höchste Gut. Eine positive User Experience, die heute schon bei einer präzisen KI-Antwort beginnt und über die Nutzung des Produkts bis zum Service reicht, sorgt für eine langfristige Bindung und wirkt sich nachhaltig auf den Umsatz aus. 

Wir haben bei suxeedo für Pharmaunternehmen eine praktische Checkliste entwickelt. Mit dieser kannst du leicht prüfen, ob dein aktueller Content schon den zeitgemäßen Anforderungen an Sichtbarkeit in klassischer- und KI-Suche erfüllt oder ob es noch Stellschrauben gibt, die noch betätigt werden müssen.

Banner-Pharma-Checkliste-KI

Rechtliche Einschränkungen bei der Vermarktung von OTC und Rx Produkten

Bevor es ein böses Erwachen gibt, solltest du dich mit den rechtlichen Bestimmungen, allen voran dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) und dem Arzneimittelgesetz (AMG), auseinandersetzen. Dies ist insbesondere im KI-Zeitalter wichtig: Pharmaunternehmen tragen die Verantwortung dafür, dass die digitalen Inhalte, die von KI-Modellen als Datenquelle genutzt werden, absolut rechtskonform sind.

Für Pharmaunternehmen sind folgende 5 regulatorische Säulen relevant:

  • Arzneimittelgesetz und Zulassungsverfahren: Das Arzneimittelgesetz legt die Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Produktion, Zulassung und den Vertrieb von Medikamenten fest. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Produkte den geltenden Standards in diesen Bereichen entsprechen und durch das Zulassungsverfahren genehmigt sind.  Diese gesetzliche Basis fungiert heute als „Single Source of Truth“ für KI-Modelle. Damit Systeme wie ChatGPT oder Perplexity korrekte Fakten ausspielen, muss die zugrundeliegende Website-Struktur (Code und Content) so präzise sein, dass sie als maschinenlesbare, verifizierte Datenquelle dient. Jede Abweichung von der Zulassung im digitalen Content birgt das Risiko falscher KI-Antworten.
  • Werberichtlinien und Produktinformationen: Im Pharma Marketing gelten durch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) strenge Richtlinien für transparente Patienteninformationen. Werbebotschaften dürfen nicht irreführend sein und müssen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Da generative KI dazu neigt, Inhalte zusammenzufassen, steigt die Anforderung an die Klarheit des Contents: Nur wenn Nebenwirkungen und Kontraindikationen auf der Website eindeutig deklariert sind, können LLMs (Large Language Models) diese korrekt gewichten und das Risiko von gefährlichen „Halluzinationen“ oder unzulässigen Heilversprechen in den Suchergebnissen minimieren.
  • Verschreibungspflicht und Publikumswerbeverbot: Rx-Produkte sind verschreibungspflichtig und die Bewerbung gegenüber Endverbraucher:innen ist illegal. Während OTC-Produkte frei beworben werden dürfen, muss im Rx-Bereich sichergestellt werden, dass Fachinformationen für Laien unzugänglich bleiben. Technisch bedeutet das: Damit Rx-Inhalte nicht in öffentlichen KI-Antworten auftauchen, müssen sie strikt hinter Logins (z. B. DocCheck) gesichert werden. Pharmaunternehmen tragen die Verantwortung dafür, dass ihre Fachkreis-Inhalte nicht versehentlich von öffentlichen KI-Crawlern indexiert und so an unbefugte Zielgruppen ausgespielt werden.
  • Off-Label-Use und wissenschaftliches Grounding: Das Marketing für Anwendungsgebiete außerhalb der Zulassung ist streng untersagt. Da KI-Systeme oft das gesamte Web nach Informationen durchsuchen, besteht die Gefahr, dass sie inoffizielle Empfehlungen Dritter finden. Umso wichtiger ist die eigene Content-Autorität: Durch gezieltes „Grounding“ (die Verankerung der KI in verifizierten Unternehmensdaten) müssen Pharmahersteller sicherstellen, dass ihre offiziellen Informationen so stark gewichtet sind, dass die KI bei ihren Antworten strikt innerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete bleibt.
  • Datenschutz und Pharmakovigilanz: Der Schutz personenbezogener Daten ist im Pharma Marketing ebenso elementar wie die Pharmakovigilanz – die Überwachung und Meldung von Arzneimittelrisiken. Wer KI-Tools oder Chatbots im Marketing einsetzt, muss garantieren, dass diese DSGVO-konform agieren. Zudem müssen diese Systeme in der Lage sein, Nebenwirkungsmeldungen in Nutzerdialogen sofort zu erkennen und die vorgeschriebenen Meldewege einzuleiten. Die Sicherheit der Patient:innen muss auch im automatisierten Dialog zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.

Zielgruppenanalyse und Kundensegmentierung für OTC und Rx Marketing

Um eine erfolgreiche Marketingstrategie für Pharmaprodukte zu entwickeln, ist eine genaue Kenntnis der Zielgruppe entscheidend. In der modernen Customer Journey hat sich vor allem die Informationsbeschaffung gewandelt: Der Touchpoint „Conversational Search“ via ChatGPT oder Perplexity ist heute oft der erste Anlaufpunkt. Nur wer versteht, wie die Zielgruppen diese Tools nutzen, kann – gerade bei OTC-Produkten – die Bedürfnisse der Verbraucher:innen gezielt ansprechen. Wir zeigen dir, welche 3 Schritte du dafür brauchst:

Schritt 1: Identifikation der Zielgruppen

Im OTC- und Rx-Marketing gibt es verschiedene Zielgruppen, deren digitales Verhalten sich zunehmend unterscheidet:

  • Patient:innen: Sie sind die Endverbraucher:innen von OTC- und Rx-Produkten. Heute nutzen sie KI-Systeme oft als „interaktive Packungsbeilage“ oder für schnelle Symptom-Checks. Für OTC-Marken liegt hier eine riesige Chance: In der sogenannten „Solution-Phase“ (z. B. „Was hilft schnell gegen Reizhusten?“) entscheidet die Qualität deines Contents darüber, ob die KI dein Produkt als Lösung empfiehlt.
  • Ärzt:innen: Sie spielen die zentrale Rolle bei der Verschreibung von Rx-Medikamenten. Fachkreise nutzen zunehmend spezialisierte KI-Tools für die Recherche oder suchen gezielt nach tiefgehenden Studien. Hier bleibt der Fokus auf fachlicher Autorität (E-E-A-T). Dein Content muss so valide sein, dass die KI keine falschen Dosierungen oder Wirkmechanismen „halluziniert“, wenn Ärzt:innen Fachfragen stellen.
  • Apotheker:innen: Als Schnittstelle beraten sie sowohl bei OTC als auch bei Rx. Sie benötigen schnell abrufbare, verifizierte Fakten, um in der Beratungssituation – unterstützt durch digitale Assistenten – sicher agieren zu können.
  • Andere Stakeholder: Dazu gehören medizinisches Fachpersonal, Krankenkassen und Regulierungsbehörden. Sie alle haben Einfluss auf den Vertrieb und benötigen Content, der auch von maschinellen Systemen als hochgradig seriös eingestuft wird.

Schritt 2: Zielgruppenanalyse

Im Analyseteil geht es um die Erforschung von Informationen über die Zielgruppen. Neben demografischen Daten und Verhaltensmustern ist heute die Analyse des Such-Intents in KI-Umgebungen entscheidend. Um diese Informationen zu sammeln, nutzt du:

  • Marktstudien & Umfragen
  • Datenanalysen (inkl. AI-Traffic-Monitoring und Brand-Mentions in KI-Antworten)
  • Kundenfeedback
  • Analyse von Prompt-Mustern (Wonach fragen Patient:innen eine KI im Kontext deiner Indikation?)

Schritt 3: Kundensegmentierung

Basierend auf den Erkenntnissen unterteilst du die Zielgruppen in Segmente. Das ist wichtig, um spezifische Gruppen mit ähnlichen Merkmalen zu identifizieren. In der KI-Ära segmentieren wir zusätzlich nach der Informationstiefe:

  1. Das „Quick-Help“-Segment (OTC): Nutzer:innen, die eine KI nach schnellen Lösungen für Symptome fragen. Hier zählt Präsenz in der KI-Antwort (GEO), aber natürlich auch über klassische Suchmaschinen wie Google.
  2. Das „Deep-Research“-Segment (Rx/Fachkreise): Expert:innen, die wissenschaftliche Belege fordern. Hier zählt die fachliche Tiefe deines Contents, um als autoritäre Quelle zitiert zu werden.

Diese Segmentierung hilft bei der Entwicklung zielgerichteter Marketingmaßnahmen, um die Wirksamkeit deiner Kampagnen zu steigern. Wichtig ist: Jedes Segment braucht eine individuelle Ansprache, abgestimmt darauf, ob die Information von einem Menschen oder einer KI-Schnittstelle konsumiert wird.

Vertriebsstrategien und -Kanäle für Medikamente

Da der Vertrieb von OTC und Rx Produkten über verschiedene Kanäle erfolgen kann, ist es entscheidend, die richtigen auszuwählen, um die Zielgruppen maximal effektiv zu erreichen und Marketingmaßnahmen effizient zuzuschneiden. Das sind die wichtigsten Vertriebskanäle für Pharmaunternehmen und Aspekte, die es dort zu beachten gilt: 

  • Apotheken: Apotheken sind die Hauptvertriebsquelle für OTC und Rx Produkte, da sie die Schnittstelle zwischen Patient:innen und den Medikamenten sind. Eine starke Präsenz in Apotheken hat also einen starken Einfluss auf die Sichtbarkeit und die Verfügbarkeit des jeweiligen Medikaments. Eine enge Zusammenarbeit mit Apotheken und Bereitstellungen von Point of Sale Materialien können den Verkauf unterstützen. 
  • Online Vertrieb: Wie bereits angedeutet, hat der E-Commerce inzwischen auch die Pharmaindustrie abgeholt. Sowohl Shop- und Versandapotheken als auch eigene E-Commerce Plattformen sind also ein wichtiger Vertriebskanal geworden. Aus Kundenperspektive bedeutet die Bestellung von Medikamenten online vor allem mehr Bequemlichkeit, aber auch eine andere Form der Informationsbeschaffung, da hier keine direkte Beratung z. B. durch Apotheker:innen stattfindet. Wer derlei mögliche Probleme durch ein großes Informationsangebot kompensiert, kann durch E-Commerce sowohl Reichweite als auch Umsatz spürbar steigern. 
  • Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal: Gerade bei der Verschreibung von Rx Medikamenten spielen Ärzt:innen eine zentrale Rolle. Eine effektive Kommunikation und Zusammenarbeit mit Ärzt:innen trägt dazu bei, das Bewusstsein für bestimmte Produkte zu steigern und Empfehlungen zu fördern. Schulungen und Informationsmaterialien für Ärzt:innen sind zudem wichtige Instrumente, um ihr Vertrauen zu gewinnen und die Akzeptanz der Produkte zu erhöhen. 
  • Kooperationen mit anderen Unternehmen aus dem Healthcare und Pharmabereich: Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wie z. B. Krankenkassen oder medizinischen Einrichtungen kann den Vertrieb von OTC und Rx Produkten unterstützen. Strategische Partnerschaften erweitern die Reichweite, stärken das Vertrauen der Verbraucher:innen und erleichtern den Zugang zu neuen Märkten. 

Kommunikationsstrategie und relevante Marketingkanäle für OTC und Rx Marketing

Kommunikationsstrategien für erfolgreiches OTC- und Rx-Marketing erfordern eine zielgerichtete, aber auch differenzierte Herangehensweise. Das ist vor allem dadurch begründet, dass beide Ansätze verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen haben, aber auch durch die unterschiedlichen Zielgruppen. Die Kommunikationsstrategie solltest du erst dann aufsetzen, nachdem du die Zielgruppen sowie ihre Bedürfnisse und Verhaltensmuster analysiert hast.

Wo OTC- und Rx-Marketing wieder zusammenkommen: Als Pharmaunternehmen solltest du deine Marketingbotschaften klar und überzeugend kommunizieren, da du nur so das nötige Vertrauen in deine Produkte aufbaust.

Hier ein paar Beispiele, wie du welche Zielgruppe am effektivsten erreichst:

  • Apotheken & Apotheker:innen: Hier ist es entscheidend, einen Mehrwert zu bieten, etwa durch persönliche Schulungen oder gezielte Fachinformationen. Eine enge Zusammenarbeit führt dazu, dass deine Produkte häufiger empfohlen und prominent im Regal (oder im Online-Shop) platziert werden, was die Sichtbarkeit massiv erhöht.
  • Ärzt:innen: Hier steht die Bereitstellung wissenschaftlicher Daten und klinischer Studien im Vordergrund, um Wirksamkeit und Sicherheit zu belegen. Digitale Kanäle wie E-Mails und geschlossene Online-Plattformen für Mediziner:innen sind ideal, um Informationen präzise und zeiteffizient abrufbar zu machen.
  • Patient:innen: Für die direkte B2C-Kommunikation im OTC-Bereich stehen neben klassischen Kanälen wie TV und Print heute Social Media, Influencer Marketing und vor allem Content Marketing im Fokus. Besonders die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist hier der zentrale Hebel, da rund 80 Prozent der Nutzer:innen bei Symptomen zuerst online recherchieren. Doch genau hier findet aktuell ein fundamentaler Wandel statt: Die Suche verschiebt sich von der reinen Ergebnisliste hin zu direkten, generativen Antworten.
Statistik zum Suchverhalten im Pharma Marketing
Nach Symptomen und den dazu passenden Krankheiten sind Produkte schon die Nr. 3 unter den Suchanfragen von Verbraucher:innen.

Die KI-Suche als Gamechanger für OTC-Produkte

Dieser Wandel markiert den Übergang von klassischem SEO hin zur Generative Engine Optimization (GEO). In der „Solution-Phase“ (z. B. bei der Frage: „Was hilft schnell bei Reizhusten?“) liefern KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity heute oft direkt die Antwort, ohne dass der Nutzer erst durch mehrere Webseiten klicken muss.

Für OTC-Marken ist das eine riesige Chance, aber auch eine neue Herausforderung: Es geht nicht mehr nur um „Platz 1 bei Google“, sondern darum, von der KI als die empfohlene Lösung identifiziert und zitiert zu werden. Marken, die durch starke Content-Autorität und gezielte Digital PR als vertrauenswürdige Quellen fungieren, werden von den Sprachmodellen bevorzugt in die Antworten eingebaut. Ein kritischer Faktor ist dabei die technische Aufbereitung: Durch strukturierte Daten (Schema.org) können KI-Crawler Informationen wie Wirkstoffe, Anwendungsgebiete und die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben korrekt extrahieren und verarbeiten.

Da dieser Bereich für die Zukunft des Pharmamarketings so entscheidend ist, werfen wir im Folgenden einen detaillierten Blick darauf, wie SEO und GEO heute ineinandergreifen und wie du deinen Content für beide Welten optimierst.

SEO & GEO: Warum klassisches SEO das Fundament bleibt

SEO ist keineswegs veraltet, es ist die zwingende Voraussetzung für GEO. Damit eine KI dein Produkt überhaupt empfehlen kann, muss es erst einmal im Google-Index auffindbar und als autoritär eingestuft sein. Eine moderne Strategie verknüpft beide Welten:

  • SEO als Wissensbasis: KI-Modelle wie Perplexity oder ChatGPT (mit Search-Funktion) greifen auf Suchmaschinen-Indizes zu. Ohne erstklassiges SEO existiert dein Content für die KI schlichtweg nicht. SEO sorgt dafür, dass deine Inhalte „crawlbar“ und auffindbar bleiben.
  • Glaubwürdigkeit durch E-E-A-T: Sowohl Google als auch KI-Modelle bewerten Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Hochwertige SEO-Inhalte auf deiner Website sind die validen „Beweise“, die eine KI benötigt, um dein Pharma-Produkt ohne Halluzinationen zu zitieren.
  • Strukturierte Daten als Dolmetscher: Schema.org dient als technisches Bindeglied. Es übersetzt medizinische Fakten in eine maschinenlesbare Logik, was das „Grounding“ der KI verbessert und sicherstellt, dass Pflichtangaben korrekt erkannt werden.
  • Traffic vs. Markenpräsenz: Während SEO weiterhin den wertvollen direkten Traffic von kaufbereiten Nutzer:innen auf deine Website lenkt, sichert GEO deine Markenpräsenz bereits im ersten Dialogstadium der KI-Suche.

Kurz gesagt: SEO liefert die Substanz und den Traffic, während GEO dafür sorgt, dass diese Substanz in der neuen Ära der KI-Antworten zitiert und priorisiert wird.

Erfolgsmessung und Analyse von Marketingmaßnahmen für OTC und Rx Medikamente

Um eine Kampagne für OTC- oder Rx-Produkte bewerten zu können, ist die Erfolgsmessung anhand verschiedener Parameter unabdinglich. Je nachdem, welche Maßnahmen du für die Kommunikation gewählt hast, fallen diese unterschiedlich aus. Eines steht aber fest: Durch die kontinuierliche Analyse und Messung deiner Maßnahmen kannst du Erfolge und Misserfolge deines OTC- oder Rx-Marketings besser verstehen und ggf. Anpassungen vornehmen, um Ziele zukünftig effektiver zu erreichen.

Lass uns zusammen einen Blick auf gängige Methoden und Parameter für die Erfolgsmessung schauen:

Online Tracking und -Analyse: Gerade, wenn digitale Maßnahmen wie Content Marketing, SEO und GEO Teil deiner Marketingstrategie sind, brauchst du Tracking-Tools, um die nötigen Kennzahlen zu messen. Zu den relevantesten SEO und Content Marketing KPIs zählen bspw. Klicks, Sichtbarkeit, Verweildauer, Bounce Rate oder Conversions. Im Zeitalter der generativen Suche tritt jedoch eine neue Benchmark hinzu: Der Share-of-Voice in KI-Dialogen. Über spezialisierte Dashboards lässt sich heute messen, wie oft deine OTC-Marke in KI-Antworten (z. B. bei ChatGPT oder Perplexity) als Lösung vorgeschlagen wird und welche „Brand Mentions“ dort erzielt werden. Das alles sind Faktoren, die letztendlich auch auf den Umsatz einzahlen, den du mit OTC- und Rx-Produkten machst. Das Praktische hier: Sobald du siehst, dass Werte z. B. für Verweildauer oder die Erwähnungsrate in KI-Systemen außerhalb der Norm liegen, kannst du diese zielgerichtet anpassen und die Content Experience verbessern.

Content Marketing KPI Pyramide

Kundenfeedback: Sammle und analysiere direktes Kundenfeedback, um Einblicke in die Wirksamkeit deiner Marketingaktivitäten zu erhalten. (Online) Bewertungen, Umfragen und direktes Feedback durch Patient:innen, Apotheker:innen und Ärzt:innen können wertvolle Informationen liefern. Dieses menschliche, qualitative Feedback hilft dir dabei, akute Sollbruchstellen in einer Kampagne auszumachen und diese auszubessern. 

Verkaufszahlen: Das finale Ziel von OTC und Rx Marketing ist es, die Verkaufszahlen der Produkte und damit den Umsatz des Pharmaunternehmens zu steigern. Dementsprechend wichtig ist es, den Erfolg einer Kampagne auch anhand der Verkaufszahlen zu bewerten. Vergleiche dafür am besten den Absatz vor, während und nach der Kampagne, um einen Trend festzustellen. 

Budget und ROI: Am Ende ist die entscheidende Frage nach der Durchführung einer Kampagne „Was bekomme ich eigentlich für mein Geld?“ Für diesen Return on Invest (ROI) ist es wichtig, das eingesetzte Marketingbudget ins Verhältnis zu den aus den Marketingmaßnahmen generierten Einnahmen zu setzen. Evaluiere zudem, welche Kanäle und Maßnahmen den größten Beitrag zum Umsatz und Gewinn geleistet haben, um die Ressourcen für die nächste Kampagne effizienter einzusetzen. 

Checkliste Content ROI Banner

Wettbewerbsanalyse: Ein oft sträflich vernachlässigtes Must-do für Unternehmen aus den Bereichen Pharma und Healthcare. Um Erkenntnisse zu gewinnen und Verbesserungspotenziale für eigene Marketingaktivitäten zu entdecken, solltest du auch die des Wettbewerbs beobachten und analysieren. Hierbei lohnt sich auch ein Blick auf die generative Konkurrenzsituation: Wird der Wettbewerb bei Symptom-Anfragen häufiger von der KI empfohlen als das eigene Produkt? So bekommst du wichtige Einblicke in die Marktsituation und auf Trends, die dir möglicherweise entgehen.

Quo vadis OTC und Rx Produkte? Große Chancen durch digitales Pharma Marketing

Gerade die digitalen Kanäle bieten ein großes Potenzial für Pharmaunternehmen, ihre Zielgruppe zu erreichen. Das gilt sowohl für das OTC als auch für das Rx Marketing. Ein wichtiges Zeichen unserer Zeit wird zum Glücksfaktor: Das Bedürfnis nach Informationen ist hoch, was dem gesamten Pharma Marketing wertvolle Chancen eröffnet:

  1. Gezielte Segmentierung und KI-Begleitung: Durch eine Analyse des Verhaltens in Suchmaschinen und KI-Chat-Umgebungen kannst du Zielgruppen effektiv segmentieren und mit bedarfsgerechten Inhalten ansprechen. Die Vision entwickelt sich dabei von der punktuellen Suchanfrage hin zum KI-gestützten Gesundheitsmanagement: Die KI wird zum permanenten „Companion“ für Patient:innen. Marken, die hier durch exzellenten, verifizierten Content präsent sind, begleiten ihre Zielgruppe nachhaltig durch den gesamten Genesungsprozess. Eine Optimierung von Texten basierend auf spezifischen Suchanfragen oder Dialog-Prompts ermöglicht die Filterung von Suchenden, die genau das Problem haben, auf das du mit deinem Produkt eine Antwort bieten kannst.
  2. Demokratisierung der Inhalte als Chance: Die Mediennutzung der Gesellschaft hat sich verändert. In einer Welt, in der generative KI Informationen in Sekundenschnelle aggregiert, ist die fachliche Autorität deiner Inhalte die wichtigste Währung. Es ist entscheidend, relevanten Content mit echtem Mehrwert zu erstellen, der so präzise aufbereitet ist, dass er auch von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle eingestuft wird. So begegnest du deiner Zielgruppe auf Augenhöhe, baust Vertrauen auf und unterstützt die Rezipient:innen inmitten der Vielfalt an Produkten bei ihren Entscheidungen.
  3. Hohe Messbarkeit: Digitale Maßnahmen im OTC- und Rx-Marketing sind gut messbar. Das gilt heute nicht mehr nur für Klicks, sondern auch für die Sichtbarkeit innerhalb generativer Antworten (GEO). Diese direkte Antwort der Zielgruppen und der KI-Systeme auf Kampagnen ermöglicht dir fundierte Entscheidungen für zukünftige Aktivitäten.

Zweifellos war es noch nie so einfach, die Zielgruppe direkt zu erreichen. Als Pharmaunternehmen solltest du unbedingt die Möglichkeiten digitaler Kanäle wie SEO, GEO, Content Marketing oder E-Mail-Marketing nutzen, um deine Zielgruppe nicht nur zu erreichen, sondern auch zu binden.

Du brauchst Unterstützung bei der Erstellung von Studien, der Aufbereitung von Informationsmaterial oder der Optimierung deines Contents für die KI-Suche? Die richtige Ansprache der Zielgruppe und der Umgang mit modernen Analyse-Tools fallen dir schwer? Kein Problem! Als Pharma Marketing Agentur sind wir bestens vertraut mit den Bedürfnissen deiner Zielgruppen im KI-Zeitalter. Wir helfen dir gerne dabei, passende Marketingstrategien für eine effiziente Zielgruppenansprache für dein OTC- oder Rx-Marketing zu entwickeln. Melde dich gerne bei uns!


Henning_rund

Hans-Henning Raven

Business Director

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