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Social Media Trends 2021 – Ein Ausblick in ein ungewisses Jahr

Um die Jahreswende herum stellen sich wieder viele Online Marketer die Frage, welche Themen und Entwicklungen relevant werden? In diesem Artikel werfen wir einen holistischen Blick auf Social Media Trends im Jahr 2021, die Unternehmen beachten sollten.

In 2020 waren die Social-Media-Plattformen Haupt- und Nebenschauplatz der weltpolitischen und pandemiebedingten Ereignisse sowie noch stärker als zuvor ein Ort für Ablenkung, Shopping, soziale Kontakte und mehr.

1. Social Media Trends: Entwicklungen während und nach Covid-19

Durch die Kontaktbeschränkungen und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens haben Social-Media-Netzwerke großen Zulauf erhalten. Eine Umfrage der Bitkom bestätigt dies: drei Viertel der befragten User nutzen Social-Media-Plattform seit Beginn der Pandemie intensiver als zuvor (Abb. 1):  

Social Media Trends seit Corona
Abb. 1: Veränderungen in der Social Media Nutzung, Quelle: Bitkom

Dies hat auch dazu geführt, dass die neuen Shopping-Möglichkeiten auf Facebook, Instagram & Co. ausprobiert wurden. Laut einer McKinsey Studie haben in Deutschland 50% der User seit der Ausbreitung von Covid-19 ein neues Shopping-Verhalten gezeigt und 62-80 % davon intendieren, dies fortzuführen (Abb. 2).

McKinsey Studie Social Media Trends Shopping
Abb. 2: Adaption von neuen Kaufverhaltensweisen nach Ländern, Quelle: McKinsey

Für 2021 bedeuten diese zwei Daten für Online Marketer also eine breitere Zielgruppe, die allesamt mit den Plattformen gut vertraut sind und auch in ihrem Kaufverhalten bereit sind, neue Wege zu gehen bzw. diese beizubehalten. 

Social Media Content Trends für den Übergang zur Normalität

Falls im Laufe des Jahres 2021 in Deutschland und weltweit “Normalität” zurückkehren sollte, werden thematisch 3 zentrale Themen das Ende der Pandemie auf Social Media charakterisieren. Diese 3 Themen sind sowohl gut geeignet für auf Engagement ausgelegte Posts als auch für Posts, die das Unternehmen vorstellen und nahbar machen

  • Rückblick: Ein Rückblick auf die Zeit seit März 2020 wird kommen – und bietet lauter Ansatzpunkte für die Erstellung von interessantem und spannenden Content. 
  • Zukunft: Gleichzeitig schweift der Blick nach vorne: Wo geht eure nächste Reise hin? Wie viele Tage arbeitet unser Unternehmen nun wirklich Homeoffice? 
  • Nostalgie: Ein #ThrowbackThursday-Post zum Tag, an dem das letzte Mal alle Kollegen im Büro waren? Oder die Frage “Was ist durch die Pandemie verschwunden, dass ihr nicht vermisst?”

2. Soziale Verantwortung

2.1 Was ist wahr?

Die Verbreitung von Falschinformationen über Social Media ist kein neues Thema. Aber im Verlauf der Covid-19-Pandemie und des US-Wahlkampfs hat das Problem neue Dimensionen erreicht. Einer Umfrage von Tow Center zufolge geben 66% der Befragten Medienschaffenden an, dass auf Facebook besonders viele Fake News zu Covid-19 verbreitet würden (Abb. 3).

Social Media Fake News
Abb. 3: Beurteilung der Verbreitung von Fake News in Social Media, Quelle: Statista

Um die Verbreitung von Fake News einzudämmen und die eigene Reputation zu schützen, wird die Rolle der Plattformen beim Fact-Checking geposteter Inhalte in Zukunft größer werden. Unternehmen müssen sich also darauf einstellen, dass die Plattformen möglicherweise mehr Kontrolle darüber ausüben werden, welche Inhalte angezeigt werden. 

Der zunehmende Austausch von Fakten mit Meinungen birgt aber auf Chancen für Unternehmen: Durch hohe Transparenz über die eigene Arbeit und mit besonderem Fokus auf Sachlichkeit – auch mit Angabe von Quellen – können sich Unternehmen als vertrauenswürdig identifizieren und dadurch von unseriösen Wettbewerbern abgrenzen. Von besonderem Wert sind auch aktive Bemühungen User im Erkennen von Fake News zu trainieren. 

2.2 Taten statt Worte

Besonders die junge Zielgruppe erwartet von Unternehmen nicht nur eine klare Positionierung zu politischen Themen, sondern auch aktives Handeln. 

Beispiel:

Während des #BlackoutTuesday erschienen auf den Social Media Timelines zahlreicher Unternehmen ein schwarzes Bild, das sich mit den Protesten gegen Rassismus solidarisch zeigte. Problematisch ist es allerdings, wenn die Werte, für die auf Social Media gestanden wird, im Unternehmen nicht gelebt werden.

Solche Lippenbekenntnisse, deren Botschaft der externen Erwartungshaltung entspricht, die aber unternehmensintern nicht umgesetzt wird, werden auf Social Media immer schneller entlarvt werden.

 

Deswegen gilt es unternehmensintern Prozesse anzustoßen, um die Veränderung herbeizuführen und die Werte zu leben, über die auf Social Media gesprochen wird: “Put your money where your mouth is.” Als Unternehmen beispielsweise Seite an Seite mit den Fridays for Future stehen zu wollen, ohne Investitionen in die Reduktion des eigenen CO²-Verbrauchs zu tätigen, funktioniert nicht.

3. Social Media Trends: Technologische Änderungen

Vorhersagen zur Einführung von technologischen Neuerungen – nicht nur im Bereich Social Media – haben historisch gesehen keine gute Erfolgsbilanz. Deswegen stellen wir zwei Funktionen in den Fokus, die jetzt schon auf einigen Socia-Media-Plattformen existieren, deren großes Potenzial aber noch nicht flächendeckend ausgenutzt wird. 

Diese zwei Aspekte sind: 

  • Social Commerce: Die Nutzung der Shopping-Funktionen der einzelnen Plattformen wird weiter anwachsen. Ein Update des Instagram Checkout wird aller Erwartungen nach in 2021 kommen. 
  • Conversational Commerce: Die Messenger-Funktionen der Social-Media-Netzwerke (inkl. WhatsApp) bieten enormes Potenzial in der Kundenberatung und sogar beim Verkauf. Chatbots können dabei helfen, die Messenger im großen Stil für die 1-zu-1-Kundenbetreuung zu nutzen.

Rückschritt = Fortschritt? Die mögliche Abschaffung der Likes auf Instagram

Ende 2019 hat Instagram ein Experiment gestartet, im Rahmen dessen ausgewählte User nur noch die Likes ihrer eigenen Posts angezeigt wurden. Likes der Posts anderer Accounts würden dadurch unsichtbar werden. Nach dem Start in Kanada wurde das Experiment in 2020 in weiteren Ländern ausgerollt. Eine weltweite Abschaffung der Likes im Jahr 2021 ist also nicht auszuschließen. 

Sollte es dazu kommen, werden sich die Dynamiken auf der Plattform und vor allem die Zusammenarbeit von Unternehmen und Influencern ändern. Likes dienen bisher als wichtige Kennzahl zur Auswahl von Influencern und zur Beurteilung des Engagements von Posts. Für Performance-Analysen von Content bietet sich dann eine andere Kennzahl an, wie z.B. die Anzahl der Kommentare. Die Zusammenarbeit von Influencern mit Unternehmen würde dadurch nicht zwangsweise abnehmen, aber der erhöhte Kommunikationsaufwand macht die Zusammenarbeit für alle komplizierter. 

4. Social Media Trends 2021: Fazit

Die Entwicklung von Social Media in 2021 ist ungewisser als in den vergangenen Jahren. Das mögliche Ende der Covid-19 Pandemie wird wesentlich die Content-Strategie beeinflussen. Außerdem müssen Unternehmen auf Social Media zunehmend die größeren gesellschaftlichen und politischen Trends beachten. Zu den Trends und externen Erwartungen müssen sie unbedingt Worten auch Taten folgen lassen. Auf technologischer Ebene bieten bereits existierende Features wie Social Commerce großes Potenzial, was bei weitem noch nicht ausgenutzt ist. In solchen unsicheren Zeiten kann es ratsam sein, die Unterstützung einer Social Media Agentur in Anspruch zu nehmen. Gerne beraten wir Sie und helfen Ihnen weiter!


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