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5 wichtige Social Commerce Trends für 2022 – welche Entwicklungen sind zu erwarten?

Wir zeigen die wichtigsten Social Commerce Trends für das Jahr 2022 und erklären, welche bestehenden Trends sich weiter verschärfen werden.

Der Facebookkonzern vereint seine Netzwerke unter dem Dach von Meta, in dessen Metaverse wir uns alle bald nur noch bewegen. TikTok luchst etablierten Plattformen die junge Zielgruppe immer stärker ab. Shopify sorgt auf vielen Social Media Plattformen für eine gelungene Onlineshop-Integration. Das Jahr 2021 hielt sowohl für Social Media an sich als auch für Social Commerce in Deutschland einige Meilensteine parat.

Da solche Entwicklungen auch 2022 für Furore sorgen werden, ist das für uns Grund genug, dir die Trends für das kommende Jahr aufzuzeigen. Abseits der Giganten Facebook und Instagram streben Netzwerke wie TikTok und Pinterest nach mehr Marktanteilen. Social Commerce sei Dank ist dieses Vorhaben auch nicht ganz unmöglich. Der Direktvertrieb über soziale Medien wird immer einfacher und schon bald werden Händler:innen keinen eigenen Onlineshop mehr dafür brauchen. Wie, was, warum und welche Entwicklungen im Social Commerce im Jahr 2022 zu erwarten sind, zeigen wir hier!

1. Social Commerce Definition

Social Commerce beschreibt einen Kaufprozess, der die Bewerbung und den direkten Verkauf von Produkten über Social Media Plattformen einschließt. Dabei können Kund:innen direkt mit dem Unternehmen durch Kommentare, Likes und private Nachrichten interagieren. Wichtigstes Merkmal ist eine nahtlose Customer Experience ohne Medienbruch.

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2. Ein integrierter In-App-Checkout für Instagram wird kommen

Bereits 2019 testete Instagram einen In-App-Checkout auf Instagram. Große Marken wie Nike, Zara oder H&M hatten die Gelegenheit, die Funktion zu testen. Inzwischen dürfen in den USA alle Shops diesen Service nutzen. Eines steht fest: Das Modell scheint erfolgreich zu sein und es kann nicht mehr lange dauern, bis Händler:innen auch hierzulande es nutzen dürfen. Meta nannte bis jetzt jedoch noch kein genaues Datum für den Start.

Die Funktion ermöglicht es, den gesamten Kaufprozess – von der Inspiration bis zum Bezahlvorgang – auf Instagram zu vollziehen. Dazu brauchen Händler:innen keinen eigenen Onlineshop. Stattdessen nutzen sie einen, den sie nach ihren Vorstellungen auf Instagram personalisieren können. Der größte Vorteil liegt in einer nahtlosen User Experience in einer nativen, benutzerfreundlichen Umgebung. Zudem verringert sich die Zeit und die Anzahl der Klicks bis zum Kaufabschluss erheblich. Für Marken und Unternehmen bedeutet das vor allem eines: schnellere Conversions! Der Nachteil für Unternehmen: Meta behält eine Transaktionsgebühr von 5 % ein und der gesamte technische Rahmen ist vorgeschrieben. Meta behält etwa User- und Trackingdaten ein und die Gestaltung des Shops ist an die Möglichkeiten gekoppelt, die sie vorgeben

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Abb. 1: Nutzung und Interesse an Social Shopping (Appinio, 2019)

Dennoch lohnt sich der Aufwand für Händler:innen: Mehr als 4,2 Milliarden aktive Social Media Nutzer:innen sind ein Potenzial, das sie sich nicht entgehen lassen dürfen. Und das, obwohl die Nutzung bzw. das Interesse an der Nutzung von Social Shopping noch jeweils bei ca. 25% liegen (s. Abb. 1). Derzeitigen Prognosen zufolge dürfte sich dieser Anteil aber in Zukunft weiter erhöhen. Viele Unternehmen sehen hingegen schon jetzt das volle Potenzial von Social Commerce: Nur 15% schätzen die Bedeutung in den kommenden fünf Jahren als „eher unwichtig“ ein (s. Abb. 2).

Umfrage zur künftigen Nutzung von Social Commerce
Abb. 2: Bedeutung von Social Commerce für B2B Unternehmen in den kommenden 5 Jahren (IntelliShop, 2021)

3. TikTok und Pinterest bieten auch Shopping-Links

TikTok ist mittlerweile längst auf der Bühne der großen Social-Media-Plattformen angekommen. Beweise gefällig? Instagram hat bereits das erfolgreiche Konzept TikToks mit den Instagram Reels kopiert. TikTok hat zudem im Januar 2021 Snapchat in puncto Nutzerzahlen überholt und ist damit an der Spitze der Netzwerke, die sich vor allem an die jüngere Zielgruppe richten. Pinterest hingegen ist eine Plattform, die als visuelle Suchmaschine immer mehr User:innen zum Kauf von Produkten inspiriert.

Social Media Nutzung Deutschland 2021
Abb. 3: Nutzung von Social Media Plattformen in Deutschland (Hootsuite und we are social, 2021)

Genau wie Instagram wird auch TikTok an einer Erweiterung seiner Shopping-Funktionen arbeiten. Für Unternehmen gilt auf TikTok: verschiedene Formate ausprobieren und nicht zu “corporate” auftreten. Das gelingt meist über Formate, die User Generated Content nutzen, wie Branded Hashtag Challenges oder Branded Effects. Bisher existierte bereits die Möglichkeit, einen klickbaren Link in das eigene Profil einzufügen und Swipe-URLs zu Social Commerce-Zwecken in Videos zu platzieren. Die Swipe-Up Shopping Links sind besonders für Kooperationen mit Influencern praktisch.

Pinterest zeichnet sich dadurch aus, dass User:innen dort gezielt nach Inhalten suchen. Gerade im Lifestylebereich können Marken das zu ihrem Vorteil nutzen. Suchen Nutzer:innen bspw. nach Inspirationen für Couchtische, so stoßen sie auf Pins von IKEA und gelangen per Klick direkt in deren Onlineshop.

Neu bei TikTok und Pinterest sind seit 2021 Partnerschaften mit Shopify, die Händler:innen ohne eigenen Onlineshop aktiv dabei unterstützen, ihren Produktkatalog mit der Plattform zu verbinden. Gerade im Hinblick auf Targeting, Anzeigenerstellung, Tracking etc. eröffnet das völlig neue Potenziale für Social Commerce. Vor dem Hintergrund der bereits umfangreich verfügbaren Shopping-Möglichkeiten anderer chinesischer Social Media Plattformen wie WeChat, ist davon auszugehen, dass TikTok auch einen direkten Check-out wie Instagram einführen wird.

4. Conversational Commerce durch Chatbots

Conversational Commerce bezeichnet im E-Commerce den Einsatz von Chats und Instant-Messengern wie WhatsApp, Facebook Messenger & Co., um mit Menschen, Marken oder Services zu interagieren. Bisher ist vor allem die Nutzung des WhatsApp Messengers als Unternehmenskanal in Deutschland noch nicht weit verbreitet. WhatsApp und andere Instant-Messenger können jedoch mit der Integration von Chatbots deutlich mehr Möglichkeiten bieten als „nur“ einfachen Kundenservice. In Abbildung 4 siehst du, worin Unternehmen den größten Mehrwert sehen, wenn sie einen Chatbot in die Customer Journey integrieren. Hier scheint besonders die höhere Effizienz der Arbeitsabläufe ein Anreiz zum Einsatz der Bots zu sein.

Abb. 4: Vorteile, die Unternehmen durch den Einsatz von Chatbots sehen. (Hundertmark, 2020)

Es sollte zwar immer ein menschlicher Ansprechpartner erreichbar sein, aber für häufig gestellte Fragen ist ein Chatbot rund um die Uhr eine verlässliche Kontaktoption. Schon jetzt beobachten wir, dass die Nutzung der Chatbots kontinuierlich zunimmt. Immer mehr Marken und Unternehmen bieten bspw. in ihrem Facebook-Profil eine direkte Kontaktmöglichkeit an. Durch sie können Nutzer:innen über den Messenger mit ihnen kommunizieren. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Nutzung von Chatbots in Messengern im deutschsprachigen Raum im Jahr 2022 deutlich zunimmt.

Beispiel Chat auf Facebookprofil von Unternehmen
Abb. 5: Beispiel für eine Kontaktmöglichkeit über den Facebook-Messenger.

5. Trends, die sich verschärfen werden

Die folgenden Punkte sind keine neuen Trends, sondern bereits länger bekannt, werden aber 2022 weiter an Relevanz gewinnen:

Video First Ansatz

Die Erstellung von Videocontent für den organischen Feed oder auch Werbeposts ist zwar mit mehr Aufwand verbunden, bringt aber die besseren Ergebnisse. Videos haben schlichtweg ein höheres Potenzial, für Nutzer:innen relevant zu sein. Nicht umsonst ist TikTok als reine Videoplattform der Shootingstar unter den Social Media Plattformen. Schafft es ein Video auf Social Media in den ersten Sekunden der Betrachtung die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen zu gewinnen, kann eine höhere Betrachtungsdauer des Contents verglichen mit Bild-Content erwartet werden. Neben der längeren Betrachtungszeit bieten Videos zudem die Möglichkeit, Produktfeatures zu zeigen und zu erklären, die mit statischem Bild-Content nicht oder nur schwer zu vermitteln sind.

User Generated Products

Erfolgreiche Social Media Strategien lebt bekannterweise von der Interaktion und dem Engagement der beteiligten Akteure. Im Kontext von Social Commerce bieten die Einbeziehung von User:innen bei der Produktgestaltung und individualisierbare Produkte enormes Potenzial für ein hohes User-Engagement sowie einen hohen Re-Share Value. User:innen, die mitentschieden haben, wie beispielsweise eine neue Modekollektion aussehen soll, können mit hoher Wahrscheinlichkeit leichter zu Käufern konvertiert werden, als bei der Entstehung unbeteiligte. Zwei wichtige Faktoren dabei: Authentizität und Zielgruppenkonformität. Nur wenn der Unternehmensauftritt authentisch und zielgruppenkonform ist, lassen sich User aktivieren.

6. Social Commerce Trends – Fazit 

Die Social Commerce Trends gehen in Richtung der Bereitstellung von Plattform-eigenen Shops (Facebook, Instagram, möglicherweise auch TikTok). Auch die Einbeziehung der User:innen in die Produktentwicklung wird ein immer wichtigerer Faktor. Die Nutzung von Videos sowohl in organischen als auch in werblichen Postings wird weiter zunehmen, da Videos im Vergleich zu Fotos mehr Informationen optisch besser aufbereiten können. Zusätzlich werden Unternehmen Chatbots – als Text-basiertes Pendant zu Siri, Alexa & Co. – auch zunehmend in Social Media und Instant-Messengern nutzen.

Noch Fragen? Als Social Media Agentur beraten wir dich gerne und entwickeln für dich Inhalte, die Interesse und Aufmerksamkeit des Users in sozialen Netzwerken triggern und deinen Vertrieb über Social Commerce fördern.

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Bjoern Erbsloeh Autorenbild
Björn Erbslöh

Björn Erbslöh ist Business Director bei suxeedo. Als Spezialist für Online-Kommunikation verfügt er über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen internationales Social Media und Content Marketing.


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Björn Erbslöh

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