Das Content-Seeding-Manifest

Content Seeding ist die gezielte Verbreitung von Inhalten, welche der Zielgruppe einen Mehrwert bieten. Dadurch gewinnt eine Marke Aufmerksamkeit und Vertrauen. Doch welche Methoden machen das Seeding erfolgreich?

Fionn Kientzler
FionnKientzler
Publiziert am
fionn.kientzler@suxeedo.de

Was ist Content Seeding?

„Content-Seeding“ (vom englischen to seed – säen) ist die strategische Platzierung von Inhalten, um Reichweite in Form von Traffic, Views, Likes, Shares und Verlinkungen zu erzeugen. Content Seeding ist somit eine zentrale Maßnahme im Content Marketing.

Beim Seeding kontaktiert der Content-Marketer gezielt thematisch relevante Multiplikatoren wie einflussreiche Blogger, Online-Marketer, PR-Manager oder Trendsetter in den sozialen Medien, um sie zu einer Weiterverbreitung seiner Inhalte zu bewegen. Die Multiplikatoren nutzen dann wiederum ihre Netzwerke, um die Inhalte weiter zu verbreiten.

Content Seeding Linkbaits

Seeding ist die proaktive Verbreitung von Inhalten, welche von relevanten Magazinen publiziert und verlinkt werden. Seeding führt zu organisch mehr Reichweite und einer höheren Sichtbarkeit eines Unternehmens oder einer Marke im Netz.

Als designierter Content-Marketer lernt man früh, dass sich auch der beste Inhalt nicht einfach von allein verbreitet. Ein Dance-Hype wie der „Harlem Shake“ ist vorher nicht absehbar und kaum zu planen. Und nicht jede Marketing-Abteilung hat wie Red Bull 50 Millionen Dollar zur Verfügung, um den österreichischen Extremsportler Felix Baumgartner aus der Stratosphäre springen zu lassen, um damit einen vorprogrammierten viralen Hit zu produzieren.

Für Unternehmen, die nicht auf einen Überraschungserfolg setzen oder ein riesiges Budget für eine Kampagne investieren wollen, ist gezieltes Netzwerken deshalb Pflicht.

Durch den systematischen Aufbau von Kontakten und eine gute Content-Strategie, den sinnvollen Einsatz von Social Media und Corporate Publishing-Maßnahmen, kann ein Seed leicht den Traffic, die Interessentenzahl und auch die Konversion erhöhen. Im besten Fall verbreitet sich der Content viral weiter, so dass eine Vielzahl an Nutzern selbst als Multiplikatoren dient und die Inhalte freiwillig weiter bewirbt.

Viral Seeding User Interaktion

Viral Seeding zielt auf ein erhöhtes Customer Engagement, um die Brand Awareness zu stärken und die Wahrscheinlichkeit von Kaufabschlüssen zu erhöhen.

Zahlreiche Agenturen haben sich Content Seeding auf die Fahne geschrieben. Viele unseriöse Angebote werben allerdings nur mit dem Buzzword „Seeding“, um in Wirklichkeit Klickzahlen zu frisieren, Links und Likes zu kaufen und das Netz voll zu spammen. So werden preiswerte Infografiken produziert und dann durch ein bestehendes Portfolio von Seiten „geseedet.“ Der einzige Unterscheid zum platten Linkmarketing ist das veränderte Linkziel. Solche Methoden schaffen vielleicht kurzfristig eine höhere Reichweite, aber sie zerstören langfristig das Image und den Markenwert eines Unternehmens.

Um echtes Content Seeding von falschem zu unterscheiden, stellen wir deshalb hier das Content Seeding-Manifest auf:

Wahres Content Seeding ist

  • einen originellen und Zielgruppen-orientierten Inhalt über Multiplikatoren wie Blogger, Journalisten, Institutionen und Social Media Trendsetter zu verbreiten.
  • den Inhalt so zu gestalten, dass die meisten Multiplikatoren ihn aus eigener Motivation verbreiten, weil sie ihren Leser informieren oder unterhalten möchten.
  • die Inhalte unabhängig von kommerziellen Interessen auf den User zuzuschneiden.
  • auf eine sympathische und redaktionell orientierte Art und Weise per E-Mail oder Telefon persönlich Multiplikatoren anzusprechen und zu gewinnen.

Falsches Content Seeding ist

  • ein großes Portfolio von Blogs zu besitzen, auf denen Seeding-Inhalte oder Links zu den beworbenen Inhalten einfach gegen Bezahlung eingebunden werden.
  • Likes, Shares und Reviews zu kaufen, um den Anschein einer erfolgreichen Kampagne zu erwecken.
  • die Kampagne ausschließlich über bezahlte Kanäle wie Facebook oder Youtube Ads zu verbreiten.
  • unpersönliche Spammails an Hunderte von recherchierten Seiten zu schicken, um über die Quantität Verlinkungen zu erhalten.

Wegweiser zur Content Seeding-Kampagne

Für einen erfolgreichen Seed ist es notwendig, gut strukturiert und geplant vorzugehen. Das letztliche Verteilen von Videos, Texten oder Bildern in der Blogosphäre oder über Facebook, Twitter, Google+ oder einfach per Link ist nur ein kleiner Schritt einer gut organisierten Kampagne.

Seeding-Prozess

Die Wertschöpfungskette einer Seeding-Kampagne besteht aus vielen Stellschrauben, welche ineinander greifen und deren Output messbar ist.

Content Seeding ermöglicht, was die klassische PR nicht leisten kann

Die kommunikativen Ziele und die entsprechende Content Creation in der PR greifen zu kurz, die Effekte sind für das Digital Branding nicht nachhaltig. Die Probleme der klassischen PR sind vor allem:

  • Der Medienbruch: Der Fokus in der PR liegt noch immer auf den Printmedien. Wer hier auf ein inhaltliches oder kommerzielles Angebot im digitalen Raum hinweisen möchte, wird eine sehr geringe Conversion Rate erzielen. Der Rezipient tut sich schwer, die Brücke zwischen Off- und Online-Formaten zu schließen. Zudem ist der Streueffekt bei den Printmedien riesig.
  • Kein Traffic: Durch die Problematik des Medienbruchs wird kaum ein Traffic durch Printmedien erzeugt – selbst wenn ausdrücklich auf Online-Medien verwiesen wird. Doch auch durch den Verzicht auf einen proaktiven Linkaufbau verpassen Unternehmen ihre Chance, interessierte Leser direkt über die gestreuten Inhalte auf ihre eigenen Medienplattformen zu leiten.
  • Kein SEO-Effekt: Ohne proaktiven Linkaufbau werden Unternehmen beim Ranking ein deutliches Nachsehen haben und keine nachhaltige Markenautorität aufbauen. Je  mehr hochwertige Backlinks die Zielseite einer Marke für sich sammeln kann, desto stärker gewichtet Google die Relevanz der Homepage und der Marke für die thematisch verwandten Suchanfragen.

Selbst die Online PR ist das Echo einer zu Grabe getragenen Ära – ein Überbleibsel der klassischen PR, welche im digitalen Zeitalter um ihre Relevanz kämpft. Die PR lässt den SEO Content in der Regel außer Acht und verfolgt keine nachhaltige Off Page-Strategie, um die Sichtbarkeit ihrer Klienten bei Google zu steigern. Content Seeding dagegen steht im Zeichen einer modernen Mediennutzung und bedient die Anforderungen von Suchmaschine und Mensch zugleich.

Im Fokus: Der Mehr – und Unterhaltungswert

Content Seeding wird bereits in der Content Creation konzipiert, indem das inhaltsgetriebene Zusammenspiel der Plattformen, der Formate und der Bedürfnisse der Zielgruppe vorab evaluiert wird. Content Seeding bedeutet, Bedürfnisse zu identifizieren und Antworten an strategischer Stelle zu positionieren.

Seeding Touchpoints

Seeding ist erst dann erfolgreich, wenn es die Customer Journey der Zielgruppe komplementiert.

Beispiel: Grundsätzlich sollte ein Inhalt weder zu allgemein noch zu fachspezifisch sein. Wenn ein Unternehmen aus der Zahntechnologie beispielsweise ein E-Book veröffentlicht, sollte es seine Zielgruppe weder mit absoluten Basics wie “Warum Zahnpflege wichtig ist” langweilen noch mit Fachtexten à la “Der Vorteil im Einsatz von innovativen Fräsern bei der Bekämpfung von Karies” überfordern. Erfahrene Content-Spezialisten erklären ihrer Zielgruppe den Benefit des angebotenen Inhalts schon im Titel einer Veröffentlichung. Welche Vorteile bietet der Content, wie hilft er der Zielgruppe weiter, wie unterstreicht er die Kompetenz des Absenders? Das Zahnpflege-Ebook könnte also eher mit diesem Thema punkten: „Alles was Sie wissen müssen um Ihre Zahngesundheit deutlich zu verbessern – Mit Tipps und Tricks von professionellen Zahnmedizinern“.

Kompetenz signalisieren und Vertrauen schaffen

Exklusive und von Experten verfasste Inhalte erhöhen das Vertrauen in den angebotenen Inhalt und unterstreichen die Kompetenz des Absenders. Erfahrene Fachleute kennen Kundenbedürfnisse im Zweifel besser als jeder Redakteur und können konkrete Fragestellungen besser beantworten.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man mit Expertenwissen Kompetenz demonstriert, Vertrauen schafft und bei Problemen hilft, ist der Rettungskartenservice von “Motortalk“:

Rettungskarte als Grafik für das Content Seeding

Beispiel einer Rettungskarte für Autos

Beispiel: Bei einem Autounfall können Insassen oftmals nur durch das Aufschneiden des Fahrzeugs gerettet werden. Dafür brauchen die Rettungskräfte schnell Informationen über das Fahrzeug. Rettungskarten geben einen Überblick über die verbaute Sicherheitstechnik und Schneidemöglichkeiten. Auf www.motor-talk.de/rettungskarte stellt die Autocommunity die Rettungskarten für alle gängigen Fahrzeugmodelle zum Download bereit und hilft so, im Notfall das Leben eingeklemmter Autofahrer zu retten.

Für jedes Thema gibt es aktuelle Trends und Neuheiten, die mit Hilfe eines Fachmannes kompetent beleuchtet werden können. Aktuelle Themen und Trends kann man mit Google Trends oder Social-Media-Analyse-Features wie Topsy, Google Plus Trends , Lokale Twitter Trends und Ereignis Kalender finden. Diese Themen kann man dann mit Keywordrecherchen vertiefen, das Google Keyword Tool oder Ubersuggest liefern zusätzliche Inspirationen zu einem Thema.

Echte Trendsetter beschreiten allerdings lieber neue Wege und recherchieren selbst ein Thema, zu dem es noch keine Informationen gibt. Das Beispiel der Infografik über die Wahrscheinlichkeit geboren zu werden zeigt, dass es sich lohnt, auch mal um die Ecke zu denken und überraschende Informationen zutage zu fördern und damit im Content Seeding einen großen Erfolg erzeugt.

Infografik zur Geburts-Wahrscheinlichkeit für das Content Seeding

Smarte Infografik zur Wahrscheinlichkeit gebohren zu werden (Quelle: visual)

Mehr Inhalt – weniger Werbung!

Online-Marketer und SEO-Spezialisten machen häufig den Fehler, beim Seeding zu konversionsorientiert zu denken. Statt Inhalte zu teilen wollen sie Produkte verkaufen. Für einen interessanten Download sollen die User gleich ihre Kontaktdaten hinterlassen und den Firmen-Newsletter abonnieren. Oder die Inhalte sollten am besten das Produktportfolio in einem vorteilhaften Licht darstellen und so stark vom Branding dominiert sein, dass sie aussehen wie Werbemittel. Aber rein werbliche Aussagen und Angebote werden bei Journalisten, Bloggern und anderen Multiplikatoren nicht gerne gesehen. Der Content verspielt schnell seine Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe und besitzt einen Negativeffekt.

Multiplikatoren und Rezipienten schätzen fachliche Expertise und aktive Hilfestellung zur Lösung von Problemen. Wie bei allen Content-Marketing-Aktionen sollten auch beim Content Seeding relevante Inhalte und Aussagen an erster Stelle stehen – und nicht etwa platte Werbebotschaften. Wer seine User plump bewirbt und wie ein Marktschreier bearbeitet, schreckt sie auf lange Sicht ab.

Unabhängig von der Branche ist der Content Seeding-Erfolg immer von dem Mehrwert der Inhalte abhängig, die verbreitet werden sollen. Das Thema, das Format und das Medium müssen dabei eine Einheit bilden, damit der Content authenthisch und relevant erscheint. Dies ermöglicht Branding-Effekte, somit ein Branded Content Seeding, da relevanter Mehrwert die Glaubwürdigkeit und Strahlkraft einer Marke untermauert. Die Kooperation mit bestimmten Multiplikatoren sollte immer einen Effekt auf die Content Creation haben: Das Thema muss nah an dem Medienpartner sein, während der Inhalt einen logischen Bezug zum Produkt haben muss, wenn eine glaubwürdige Verlinkung angestrebt werden soll.

Beispiel: Die dänische Ferienhausvermittlung “Sonne und Strand” zeigt mit ihrer Einführung in die Unterwasser-Fotografie wie eine sympathische und entkommerzialisierte Kundenansprache aussehen kann. Hier wurden zahlreiche Tauch und Fotomagazine als verlinkende Autoritäten gewonnen. Das Branding erscheint hier nur subtil. Erst bei einem Klick auf das Logo oder im Impressum des exklusiven und hochwertig bebilderten Foto-Guides zeigt sich, dass der Herausgeber Ferienhäuser in Meernähe vermietet, die sich bestens als Basis für einen Tauchurlaub eignen.

Content Seeding mit Ebook für Unterwasserfotografie

Beispiel eines Ebooks zur Unterwasserfotografie (Quelle: sonneundstrand)

Jede kreative und sympathische Kundenkommunikation, die sich von den rein werblich formulierten Verkaufskampagnen abhebt, wird von Multiplikatoren dankbar angenommen, honoriert und im Idealfall gleich mit anderen Kontakten geteilt. Über die erhöhte Verbreitung stimmen dann auch die Konversionsraten wieder – und gleichzeitig verbessert sich das Image und der Markenwert eines Unternehmens.

Multiplikatoren lieben Interaktion

Im Zeitalter von Blogs und Social Media ist Unternehmenskommunikation keine Einbahnstraße mehr. Erfahrene Online-Marketer informieren Blogger und Meinungsführer im Internet deshalb frühzeitig über neue Content-Angebote und stellen Umfragen auf ihren Websites und Social Media Seiten zur Verfügung, um interessantes Feedback von Kunden und Multiplikatoren einzuholen.

Eine neue Form der interaktiven Wertschöpfung zwischen Unternehmen und Multiplikatoren ist die Co-Kreation, bei der eine hoch motivierte Community von freiwilligen Nutzern gemeinsam mit einem Unternehmen neue Inhalte entwickelt, beispielsweise bei Wettbewerben oder Konferenzen. Gut gemachte Co-Kreation-Kampagnen sorgen für Partizipation in den Social Media und Berichterstattung in der Blogosphäre und den klassischen Medien.

Bei der Zielgruppendefinition um die Ecke denken

Viele Unternehmen denken bei der Zielgruppendefinition zu eng. Um mögliche Interessenten für ein Angebot zu identifizieren, lohnt es sich, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Ein Bekleidungshändler, der schon alle Fashion-Blogger in seinem Verteiler hat, sollte es machen wie Bon Prix und beispielsweise Contentangebote im Bereich der Modefotografie kreieren. Einem Shopping-Portal wie kaufda.de gelingt es, mit einem Brandschutzratgeber völlig neue Communities anzusprechen, die sich vorher möglicherweise noch gar nicht mit Online-Shopping beschäftigt haben.

Content Seeding mit Ebook für Modefotografie

Ebook zur Modefotografie (Quelle: bonprix)

Wer also einen Inhalt konzipiert, sollte das Content Seeding-Potential von Themen, Formaten und Inhalten berücksichtigen und mit den Bedürfnissen der Zielgruppe abstimmen. Dazu ist eine umfassende personabasierte Kundenanalyse notwendig, in welcher die psychografischen sowie die demografischen Ebenen der Zielgruppe betrachtet werden. Hinzu werden die Beziehung der Zielgruppe zu dem Thema, die potentielle Interaktion und der wechselseitige Einfluss zwischen Marke und Rezipienten untersucht, um mit dem Content einen gezielten Outcome zu ermöglichen.

Seeding Zielgruppenanalyse

Eine Zielgruppenanalyse auf der psychografischen und demografischen ermöglicht einerseits eine Bedürfnis-orientierte Ansprache, andererseits eine strategische Positionierung der Inhalte an den relevanten Touchpoints.

Multiplikatoren, Trendsetter und Influencer suchen

Die Zielgruppe und das Content-Format grenzen die Gruppe möglicher Multiplikatoren ein. Um die passenden Meinungsführer und Trendsetter zu finden, gilt es, stets auf einem aktuellen Stand zu bleiben und neue Meinungsströme zu finden und zu analysieren. Mit einem steten Auge auf die Medien, vor allem das Internet, lassen sich einflussreiche Blogger, Online-Marketing-Spezialisten, PR-Manager oder Journalisten finden, die Zugang zu der anvisierten Zielgruppe und ähnliche Themen auf der Agenda haben.

Besonders geeignet zur Analyse und Aufdeckung solcher Potentiale sind dabei Linkresearchtools, die detailliert auflisten, welche themenrelevanten Trustseiten z.B. auf die Themenangebote der Konkurrenz verlinken – inklusive Autoritätsindikatoren. Damit sind einige der wichtigsten Zielseiten schon identifiziert, denn am besten konvertieren im Seeding Autoritätsseiten die bereits ähnliche Inhalte schon einmal verlinkt haben.

Presseinfos – Noch immer das tägliche Brot in der Online-PR

Die Pressemitteilung ist für Unternehmen nach wie vor ein wichtiges Element der Online-PR. Doch ein Journalist erhält im Durchschnitt 45 Emails am Tag. In der täglichen E-Mail-Flut landen dabei viele Pressemitteilungen im Papierkorb des E-Mail-Postfachs. Damit Journalisten eine Pressemitteilung lesen und ihren Inhalt berücksichtigen, sind ein paar Faktoren entscheidend:

  • Nur wer etwas Wichtiges und Neues zu sagen hat, sollte eine Presseinfo verschicken. Mit platten Werbebotschaften blitzt man garantiert ab.
  • Im Unterschied zu Werbetexten sollten Presseinformationen informativ und möglichst sachlich geschrieben sein.
  • Damit der Text nicht in der Masse der Mails untergeht, sollte er an einen persönlichen Ansprechpartner anstatt an eine allgemeine Redaktionsadresse gerichtet sein.
  • Eine gute Presseinformation ist in einfachen Sätzen geschrieben und enthält möglichst wenig Fachwörter. Wenn Fachwörter sich nicht umgehen lassen, sollten sie auf jeden Fall erklärt werden.
  • In Zeiten geringer Konkurrenz – zum Beispiel im berühmten Sommerloch – ist die Chance höher, dass die Medien eine bestimmte Pressemitteilung aufgreifen. Zudem ist es besser, Informationen vormittags statt nachmittags zu verschicken, damit sie rechtzeitig vor den Redaktionsschlüssen gelesen zu werden.

Im Content Seeding sollte der Erstkontakt mit potentiellen Multiplikatoren per Telefon geknüpft werden. Während Emails lediglich eine Transaktion von Informationen bedeuten, heben Telefongespräche die Kooperation auf eine persönliche Ebene und schaffen ein Gefühl von Verbindlichkeit. Allerdings bevorzugen manche Redakteure den Email-Austausch – ein Echo der klassischen PR, welches in den Arbeitsprozessen der Redaktionen der großen Medienhäuser noch immer verankert ist. Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Multiplikatoren sollte immer in einem CRM-System dokumentiert werden, um eine effektive Ansprache und fortlaufende Kommunikation zu gewährleisten.

Viral Seeding

Für das Viral Seeding auf Facebook, Twitter & Co gelten noch einmal andere Regeln als für SEO-Seeds. Hier geht es weniger darum, fachlich zu überzeugen, als vielmehr eine packende Story zu erzählen. Im internationalen Vergleich lässt sich feststellen, dass in Deutschland weit weniger Multiplikatoren bereit sind, Content-Angebote direkt zu teilen. Sie möchten in der Regel in ihrem eigenen Social Media-Netzwerk auf neue Inhalte stoßen, die sie an ihre Freunde und Follower weiter geben. So beginnt das Content Seeding häufig mit Social Ads, aus denen sich im Idealfall ein virales Momentum, welches proaktiv mithilfe einer Viral Seeding-Strategie, z. B. durch Video Seeding, initiiert wird. Zeitgleich komplementiert Video SEO die Sichtbarkeit des Contents auf Owned Media-Publikationskanälen.

Viral Seeding

Alle viralen Erfolge besitzen eine Schnittmenge an wiederkehrenden Mustern, deren Mechanismen zur Interaktion mit dem Content inspirieren.

Die Inhalte müssen dazu entweder positiv überraschen, sehr unterhaltsam sein oder die User aufregen: Auf jeden Fall müssen sie starke aktive Gefühle hervorrufen, um so den Weitergabe-Impuls auszulösen. Eine Studie der Wharton Business School zeigt, dass es dabei vorteilhafte und nachteilige Emotionen für die Viralität von Inhalten gibt. In der Studie wurden Artikel von der New York Times inhaltlich nach Emotionen geclustert und systematisch auf die Verbreitungshäufigkeit analysiert.

Dabei ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  • Themen mit positiver emotionaler Aufladung lassen sich prinzipiell besser verbreiten als negative Themen.
  • Überraschung, Humor oder unmittelbarer praktischer Nutzen führen zu einer höheren sozialen Verbreitungswahrscheinlichkeit.
  • Bei negativen Emotionen funktionieren Inhalte besonders gut, die Wut oder Angst erzeugen.
  • Inhalte, die Ernüchterung oder Betroffenheit auslösen, funktionieren dagegen gar nicht.

Ergebnisse aufzeichnen und analysieren

Die Analyse des Seeding-Erfolges ist abhängig von den zu erreichenden Seeding-Zielen. Wenn es darum geht, möglichst viel Social Media-Verbreitung zu erreichen, dann können die Shares, Likes and Views summiert werden. Dies ist eine einfache Null- oder Eins- Rechnung. Wenn es um Reputation und Off-Page-SEO geht, dann erfolgt die Analyse systematischer, denn sie bezieht sich weniger auf die Viralität. Stattdessen wird die Qualität der Publikationen viel differenzierter betrachtet, denn es macht einen großen Unterschied in Form von Traffic und Linkkraft, ob ich von einem kleinen Blog oder von der Süddeutschen Zeitung verlinkt werde. Hier sollten die Publikationen nach einem vorbestimmten Kriterium bewertet werden. Zur Bewertung der Seiten kann man folgende Faktoren heranziehen:

  • Sistrix Sichtbarkeit: Ein gute Bewertung zur Linkkraft, denn die Sichtbarkeit korreliert ungefähr mit dem Traffic einer Seite und ist ein Indikator dafür, wie viel Trust eine Seite von Google bekommt. Eine Seite mit dünnen Inhalten und einem schlechten Linkprofil ist so schnell durch eine geringe oder signifikante abfallende Sichtbarkeit zu identifizieren.
  • Autorität: Es gibt Seiten mit einer sehr geringen Sichtbarkeit, die dennoch eine hohe Wertigkeit haben, wie Feuerwehrseiten oder Verbandsseiten, weil sie von Autoritäten betrieben werden, die nur auf wirklich nützliche Inhalte verlinken. Diese laden eine Brand oder ein Linkprofil mit ihrer Reputation auf.
  • Social Media ist ein guter Indikator für Trust und Traffic einer Seite. Dabei kommt es neben der Anzahl der Facebook Fans und Twitter Follower auf die Qualität an. Gibt es Multiplikatoren, die der Seite folgen? Sind es natürliche Follower? Und wie ist die Interaktion bezüglich Likes, Kommentaren und Reshares? Auch hier gilt: Seiten mit einer geringen Sichtbarkeit aber sehr guten Social-Media-Indikatoren können einen hohen Wert haben, weil sie gute Multiplikatoren sind, das Branding bestärken und häufig nicht nur durch die Publikationen auf der Seite, sondern zusätzlich über Social-Kanäle Traffic zurückbringen.

Aus diesen Faktoren kann eine standardisierte Wertigkeits-Skala festgelegt werden, mit deren Hilfe man die Erfolgsrate eines Seeds berechnen kann.

Seeding KPIs

Die Content Performance-Pyramide schlüsselt die zentralen KPIs auf und priorisiert diese. Sie verschafft einen Überblick über die Metriken, welche Aufschluss über den Seeding-Erfolg geben.

Dazu sollte der Content der Kampagne mit einem sorgfältigen Tracking vollständig nachvollziehbar sein. Zur Messung der Performance in bestimmten Zielgruppen-Clustern eignet sich ein Seeding-Tool wie Linkbird. Daneben helfen CRM orientierte Tools wie Yesware, um nachzuvollziehen, wer eine Email wann geöffnet oder eine Anlage heruntergeladen hat. Wenn man beispielsweise sieht, dass ein Redakteur gerade eine E-Mail öffnet, kann man direkt telefonisch nachfassen und erwischt ihn genau im richtigen Moment, was die Verlinkungswahrscheinlichkeit zusätzlich erhöht.

Hat die Content Seeding-Aktion gefruchtet und haben sich viele Multiplikatoren dazu bereit erklärt, den Content zu verbreiten, muss das Ergebnis der Arbeit aufgezeichnet und analysiert werden. Hat sich der Inhalt viral verbreitet oder blieb er in überschaubarem Rahmen? Hat sich die Auswahl der Multiplikatoren als effizient erwiesen? War die Zielgruppe richtig definiert?

Seeding ist immer noch abhängig von vielen nicht vorhersehbaren Faktoren, beispielsweise wie Blogger oder Redakteure auf Inhalte reagieren. Je mehr man Seeding-Kampagnen im nachhinein auswertet, desto besser kann man diese nicht-greifbaren Faktoren in der Zukunft erfolgreich planen. Über die Jahre hinweg haben wir über 200 Kampagnen entwickelt und hatten so eine exzellente Möglichkeit aus Fehlern zu lernen. Mittlerweile können wir den Seeding-Erfolg so gut vorplanen, dass wir das Seeding komplett erfolgsbasiert abrechnen.


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