Keyword Stuffing

Keyword Stuffing

Keyword Stuffing (deutsch: stopfen, vollstopfen, füllen) bezeichnet eine Manipulationstechnik in der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Dabei werden Keywords unnatürlich häufig in Texte und auf Websites eingebaut, um diesen künstlich eine höhere Relevanz für das jeweilige Keyword für Suchmaschinen zuzuschreiben. Der Hintergedanke bei dieser SEO Technik ist, die Keyworddichte so weit zu erhöhen, dass Suchmaschinen einem Text fälschlicherweise eine Relevanz zuzuschreiben, die er gar nicht besitzt. 

Obwohl Keyword Stuffing heute bei weitem nicht mehr so verbreitet ist wie früher (z. B. Anfang der 2000er Jahre), wird es heute teilweise noch im Kontext des Black Hat SEO angewandt. Wer Suchmaschinenoptimierung so versteht, betreibt gezieltes Spamming und kritisch gesehene SEO Methoden wie eben das Keyword Stuffing. Black Hat SEOs nehmen dabei billigend in Kauf, dass sie dadurch Guidelines von Google und Co. verletzen. So entsteht ein schmaler Grat zwischen erfolgreicher Suchmaschinenmanipulation und Penaltys, die sich ggf. auch auf zukünftige Rankings auswirken.

Kurz und knapp zusammengefasst: Keyword Stuffing Definition

Keyword Stuffing ist eine veraltete SEO Technik, bei der Keywords unnatürlich häufig im Kontext einer Landingpage eingebaut werden, um Algorithmen von Suchmaschinen zu manipulieren. Das kann sowohl innerhalb von Texten auf der Seite, im Rahmen der Metadaten (besonders der Meta Description) oder in Linktexten vorkommen. Ziel dabei ist es, eine künstlich hoch getriebene Keyworddichte zu erzeugen, durch die höhere Keyword Relevanz und nicht zuletzt bessere Rankings erzielt werden sollen.

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Keyword Stuffing in der SEO

Obwohl Keyword Stuffing per definitionem nach einer einfachen Anwendung klingt, steckt dahinter doch eine tiefergehende Funktionsweise. Grundsätzlich liegt hinter dem Verfahren die Annahme, dass die Relevanz einer Seite für das Fokuskeyword dadurch erhöht wird, dass genau diese/r Begriff/e häufig dort vorkommen. Verschiedene Aspekte einer einzelnen Seite wirken sich auf SEO aus. Auf entsprechend vielfältige Weise kann Keyword Stuffing in Erscheinung treten. Zu den beliebtesten zählen: 

  • Metadaten: Sowohl Meta Title als auch die Description kannst du mit dem Fokuskeyword vollstopfen. Hierbei merken sowohl Nutzer:innen als auch Suchmaschinen allerdings sehr schnell, dass es sich um Spam handelt. Da Metadaten vor allem in den Suchergebnissen eine Rolle spielen, schreckt das potenzielle Besucher:innen schon dort ab. In der Praxis ist die Meta Description inzwischen kein Rankingfaktor mehr, sodass Keyword Stuffing hier ohnehin überflüssig wäre.
  • Content: In einer idealen Welt liefern Inhalte auf Websites den Nutzer:innen immer einen Mehrwert. Das ist zumindest inhaltlich beim Keyword Stuffing nicht ausgeschlossen, allerdings geht es stark zulasten der Content Experience, wenn das Keyword in jedem Satz und dort auch gerne öfter vorkommt. Das Verhältnis aus Keyworddichte und User Experience muss ausgewogen sein, um positive Ergebnisse im Suchmaschinenranking zu erzielen. Keyword Stuffing sorgt aber dafür, dass Texte sperrig werden und nicht angenehm zu lesen sind, was Nutzer:innen dazu verleitet, von einer Seite abzuspringen.
  • Seitenquelltext: Der Seitenquelltext ist für Nutzer:innen weitestgehend unsichtbar. Apropos unsichtbar: Um in diesem Bereich Keyword Stuffing zu betreiben, stopfen Websitebetreiber:innen den für Nutzer:innen nicht-sichtbaren Teil einer Seite mit Keywords voll. Das manifestiert sich beispielsweise durch Texte in Schriftgröße 0 oder weißem Text auf weißem Hintergrund. Früher wurden solche Manöver von Suchmaschinen Crawlern tatsächlich nicht erkannt, heute entlarven sie derlei Vorgehen allerdings schnell. 

Wir sehen: Keyword Stuffing hat de facto keinen Nutzen für SEO. Suchmaschinen belohnen Content, der Mehrwert bietet und so nutzerfreundlich wie möglich aufbereitet ist. Um weniger Spam zu generieren und trotzdem den Fokus auf gewisse Keywords zu legen, helfen WDF*IDF Tools als Orientierung. Sie zeigen die optimale Gewichtung von Begriffen innerhalb eines Textes an und sind essenziell, um eine ausgewogene Keyworddichte zu erzeugen.

Einblick in die Darstellungsweise eines WDF*IDF Tools
Mithilfe eines WDF*IDF Tools erkennst du, wann ein Text an der Schwelle zum Keyword Stuffing steht.

Beispiele für Keyword Stuffing – Achtung: nicht nachmachen!

Keyword Stuffing bringt dir als SEO Methode heutzutage nichts mehr. Es kann allerdings nicht schaden, in der Lage zu sein, eine Website zu erkennen, die diese Technik noch immer verwendet. Da die Methode verschiedene Erscheinungsformen annehmen kann, haben wir für die häufigsten Manifestationen jeweils Beispiele vorbereitet.

Keyword Spam in Texten

Die wohl weit verbreitetste Form des Keyword Stuffing ist offensichtlicher Spam in Texten. Dazu haben wir ein kurzes, fiktives Beispiel vorbereitet:

Schlechter SEO Text Beispiel
Beispiel für einen mit Keywords vollgestopften Text.

In diesem Fall hat es die Sanitärfirma „Mustermann & Söhne” etwas zu gut mit der Verwendung von Keywords gemeint. Offensichtlich stehen besonders die Begriffe “Sanitärfirma” und “Berlin” im Fokus. Rechnen wir das einmal auf die Keyworddichte um, ergibt das alleine für “Sanitärfirma” einen Wert von 6,6 Prozent. Obwohl es keinen idealen Wert für die Keyworddichte gibt, ist dieser gerade für einen so kurzen Text eindeutig zu hoch. Davon abgesehen ist es für Leser:innen äußerst redundant und ermüdend, den Begriff in jedem Satz zu lesen. Würde dieser Text also so auf einer Landingpage dieses fiktiven Unternehmens auftauchen, so würden Nutzer:innen schnell wieder abspringen.

Hidden Content Abschnitte 

Wie der Name vermuten lässt, ist Hidden Content zunächst für das Auge der Nutzer:innen unsichtbar. Das Prinzip dabei ist relativ einfach: Die Schriftfarbe des Textes wird genauso eingestellt wie die des Hintergrunds. 

In diesem Absatz arbeiten wir bewusst mit Hidden Content. Was du im ersten Augenblick nicht lesen konntest, können Suchmaschinen ohne Probleme erfassen. Würden wir hier nun ein bestimmtes Keyword übermäßig häufig nutzen, wäre das Keyword Stuffing. 

Hier klafft eine verdächtig große Lücke zwischen den beiden Absätzen, oder nicht? Markiere einfach mal das leere Feld zwischen diesem und dem vorangegangenen Absatz. Die Algorithmen von Google und Co. entlarven solche Lücken schnell als das, was sie sind: Hidden Content, den SEOs zur Manipulation von Suchmaschinen und zu ungeniertem Keyword Stuffing nutzen. 

Texte im Seitenquellcode wiederholen

Viele Nutzer:innen bekommen den Quellcode einer Seite niemals zu sehen, geschweige denn, dass sie wissen, wie sie dort hingelangen. Unser Tipp hier: Einfach mal auf einer beliebigen Website einen Rechtsklick tätigen und auf „Seitenquelltext anzeigen“ gehen.

Beispiel Quelltext für Keyword Stuffing
So gelangst du zum Seitenquelltext einer Website.
Beispiel Quelltext für Keyword Stuffing_Teil 2
Der Seitenquelltext enthält alle notwendigen Informationen einer Seite.

Aber zurück zum eigentlichen Problem: Der HTML Code einer Website bietet enormen Platz für verstecktes Keyword Stuffing und weitere Manipulationen. Diese finden sich vor allem in…

  • den Meta Tag
  • den Alt Tags 
  • den Title Tags
  • den Alt Titeln von Bilder und Grafiken (vor allem für blinde Nutzer:innen relevant und damit suboptimal als Keyword Stuffing Fläche)
  • usw.

Als Anwender:in mag man nun denken „Spitze, hier werden Suchmaschinen wohl nicht so genau hinschauen“, aber weit gefehlt: Gerade diesen Code lesen Crawler aus, da er sämtliche Daten enthält, die zur Konstitution der Relevanz einer Seite beitragen.

Was hilft gegen Keyword Stuffing?

Die wohl sicherste Methode, gar nicht erst zu Keyword Stuffing verleitet zu werden, ist der Erkenntnisgewinn, dass es für Google und Co. gar nicht so wichtig ist, wie oft ein Text ein bestimmtes Keyword enthält. Stattdessen zählt… 

  1. der Kontext, in dem das Keyword verwendet wird. Das kann zum Beispiel sein, ob es sich um informationalen, transaktionalen oder kommerziellen Kontext handelt, der Content eher kurz oder lang ist oder wie hoch die Competition um ein Keyword ist. 
  2. dass der Content einzigartig und im Fall von informativen Inhalten holistisch ist. Suchmaschinen honorieren Unique Content mit guten Rankings, Keyword Spam und Duplicate Content hingegen belegen Google und Co. mit Penaltys. 

Das sagt Google 

Google empfiehlt Websitebetreiber:innen, den Content immer auf den Search Intents der jeweiligen Keywords abzustimmen und ihn nicht mit der Wiederholung von einzelnen Begriffen zu überladen. Eine höhere Keyworddichte bedeutet eben keinen hohen Mehrwert und erst recht keine gute User Experience. Entsprechend hart wird die übermäßige Verwendung irrelevanter Keywords in den Rankings bewertet. Google hält das sogar in seinen Webmaster Guidelines fest und stuft Keyword Stuffing dort explizit als Spam ein.

Fazit: Keyword Stuffing hat keinen positiven Nutzen für SEO

Wer sich heutzutage von Keyword Stuffing positive Effekte auf Rankings in Suchmaschinen erhofft, wird bitter enttäuscht. Texter:innen, SEOs und Webseitenbetreiber:innen sollten beim Aufbau des Contents mehr auf Qualität, statt auf Quantität der Keywords achten. Dabei helfen vor allem WDF*IDF Analysen, die ein idealer Indikator für Keyworddichte und Relevanz wichtiger Begriffe sind. So werden Texte nicht nur nutzerfreundlicher zu lesen, sondern auch durch Crawler von Google und Co. positiver bewertet. Das ist es im Übrigen auch, was erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung und damit teilweise auch Content Marketing ausmacht: Inhalte zu erschaffen, die durch Einzigartigkeit und einen hohen Mehrwert bestechen und damit positive Signale bei Nutzer:innen und Suchmaschinen gleichermaßen erzeugen.

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