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Instagram Algorithmus: Wie er funktioniert & was ihr beachten solltet

Reichweite, Sichtbarkeit, Interaktion - der Instagram Algorithmus entscheidet maßgeblich über den Erfolg von Social Media Marketing Kampagnen. Jüngste Änderungen zeigen, dass man sich tiefer mit ihm auseinandersetzen sollte. Unser Guide erklärt euch, was ihr darüber wissen solltet und welche Faktoren besonders wichtig sind.

Ob Google, Facebook oder Instagram – die Funktionsweise der Algorithmen hinter den großen Plattformen beschäftigt viele Nutzer:innen. Denn nicht zuletzt hängt davon der Erfolg ganzer Social Media Kampagnen und Maßnahmen ab. Wie abhängig wir von Algorithmen sind, sehen wir meist dann am stärksten, wenn sie verändert werden.

Jüngstes Beispiel hierfür ist Instagram. Metas zweite Social Media Plattform hat Anfang des Jahres die Gewichtung ihrer Content-Formate verändert und dadurch teils gravierenden Reichweitenverlusten ausgelöst. Seitdem ist der Instagram Algorithmus einmal mehr in aller Munde. Derzeit wird vermutet, dass die von Anfang an visuell geprägte Plattform der Konkurrenz von TikTok das Wasser abgraben will. Die klare Bevorzugung von Bewegtbildinhalten, vor allem in Form von Reels, spricht klar dafür.

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1. Wie funktioniert der Instagram Algorithmus?

Zunächst einmal ist der Algorithmus für alles zuständig, was User:innen in ihrem Instagram Newsfeed sehen. Dazu gehört die Reihenfolge der angezeigten Posts, der Zeitpunkt, an dem sie gezeigt werden, welche Posts gezeigt werden und welche Werbung ausgespielt wird. Der Instagram Algorithmus entscheidet auf Basis des User:innen Verhaltens, welche Inhalte priorisiert werden. Dabei werden 6 Aspekte berücksichtigt:

1.1 Aktualität

Der Faktor Aktualität ist zentral. Zwar wurde der chronologische Newsfeed zugunsten eines mehr auf Relevanz ausgerichteten Feeds vor einigen Jahren ausgesetzt. Dennoch priorisiert der Instagram Algorithmus aktuelle Beiträge. Zudem erhalten User:innen es seit Frühjahr dieses Jahres die Möglichkeit, ihre Feeds wieder auf eine chronologische Anzeige umzustellen. Letzteres ist die Reaktion auf zahlreiche Beschwerden, die über eine schlechter werdende User Experience berichteten.

Es ist daher davon auszugehen, dass Aktualität ein zentraler Bewertungsfaktor für den Algorithmus bleibt. Um diesen zu adressieren, sollten auch die Posting- und Nutzungszeiten der Zielgruppe im Blick behalten werden, um nicht an Reichweite zu verlieren. Diese findet man in den Instagram Insights.

1.2 Frequenz

Wie die Aktualität ist die Frequenz nahezu selbsterklärend. Instagram bezieht die Häufigkeit der Nutzung in die Gestaltung des Newsfeeds mit ein. Wer mehrfach täglich die App öffnet, wird vor allem aktuelle Inhalte angezeigt bekommen. User:innen, deren Nutzungsverhalten wiederum erratischer ist, bekommen auch ältere Beiträge angezeigt.

Lange hieß es, dass auch die Frequenz der Posts eine wichtige Rolle spielen. Wer regelmäßig zu festen Zeitpunkten postet, generiert mehr Reichweite, war eine Maxime. Inwiefern diese noch zutrifft, lässt sich gerade schwer beurteilen. Einige A/B Tests zeigen, dass auch User:innen, die länger nichts mehr gepostet haben, mit neuen Posts und Stories an ihre alten Reichweiten anschließen können.

1.3 Nutzung

Die Intensität der Nutzung entgeht natürlich auch dem Instagram Algorithmus nicht. Heavy User:innen, die mehrere Stunden täglich auf der Plattform verbringen, bekommen mit der Zeit auch Inhalte zu sehen, die sporadischeren Nutzer:innen nicht angezeigt werden. Wer nur kurz die App öffnet, wird hingegen vor allem mit Posts konfrontiert, die gut performen.

1.4 Following

Je mehr Accounts User:innen folgen, desto mehr „Arbeit“ hat der Instagram Algorithmus. Denn er muss die Relevanz der jeweiligen Posts für den:die einzelne:n Nutzer:in identifizieren. Wer vielen Profilen folgt, kennt das Problem: Man wundert sich beispielsweise, warum man von einem Account jeden Post sieht, andere aber scheinbar verschwinden.

Dabei qualifiziert Instagram, welche Posts am relevantesten sind. Dies hängt zum einen am Interesse und zum anderen an der Beziehung der Nutzer:innen zu den jeweilig Postenden ab.

1.5 Interesse

Das Interesse ist ein klassisches User Signal und misst die Verweildauer auf einem Posts sowie die Likes und Kommentare, also die Interaktionen der User:innen. Darauf basierend selektiert der Instagram Algorithmus, welche Posts im Newsfeed landen und an welcher Stelle.

Dabei kann es natürlich auch zu ungewollten User Signalen kommen: Wird etwa zufällig ein süßes Tiervideo bis zum Ende angesehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in Folge mehr Tiervideos ihren Weg in den Feed finden.

1.6 Beziehung

Vielleicht der offenkundigsten Faktor: Die Beziehung von Nutzer:innen zueinander ist eine wichtige Information für den Instagram Algorithmus. Anhand von Kommentaren, Likes, Speicherungen und Direct Messages wird bewertet, wie nah sich User:innen stehen und deren Posts dann bevorzugt ausgespielt.

In den letzten Monaten gab es allerdings immer öfter Beschwerden darüber, dass Nutzer:innen die Posts ihrer Freund:innen nicht mehr angezeigt bekamen. Stattdessen fanden sie sich mit Inhalten konfrontiert, von denen sie sich nicht erklären konnten, warum sie ihnen angezeigt wurden. Ein Zeichen dafür, dass Instagram seinen Algorithmus geändert hat.

2. Eine Plattform, drei Algorithmen

Wir sprechen hier die ganze Zeit vom „Instagram“ Algorithmus im Singular. Streng genommen müssten wir aber den Plural verwenden, denn die Social Media Plattform verfügt laut eigener Angabe über drei Algorithmen. Bisher lag unser Fokus auf dem Instagram Feed und Story Algorithmus, der bestimmt, was im Newsfeed angezeigt wird und was nicht.

User:innen, die häufiger die Suchfunktion verwenden, sind mit dem Instagram Explore Algorithmus vertraut. Dieser ist für alle Posts verantwortlich, die unterhalb der Suchmaske erscheinen. Dabei handelt es sich größtenteils um Inhalte von Accounts, denen man noch nicht folgt. Da der Explore Algorithmus auf Basis des aktuellen Userverhaltens selektiert, kann man ihn relativ einfach selbst beeinflussen.

Wer also möchte, dass im Explore Algorithmus vor allem Inhalte zu gewissen Themen angezeigt werden, sollte davor vor allem mit Posts und Profilen aus dem gewünschten Themenspektrum interagieren.

Der Instagram Reels Algorithmus ist noch relativ neu und mit der Einführung des Kurzvideoformats auf der Plattform eingezogen. Er bewertet und selektiert, welche Reels für User:innen interessant sein könnten.

Auch hier werden wieder vorher angesehene Reels und Profile berücksichtigt. Zudem sind auch Hashtags relevant, um die Inhalte der Videos besser identifizieren zu können. Die Reels sind ein Versuch Instagrams, den Erfolg von TikTok zu kopieren und der Konkurrenz den Rang abzulaufen. Eine Strategie, die Instagram bereits bei Snapchats Stories angewendet hat. Neben dem Inhalt bewertet der Instagram Algorithmus aber auch die Qualität der Reels. Auflösung, Bildqualität und Ton sind entscheidende Faktoren.

3. Den Instagram Algorithmus berücksichtigen

Wenn man um die Wirkmacht des Instagram Algorithmus weiß, kann man ihn besser bei der eigenen Instagram Marketing Strategie berücksichtigen. Je nach Content Format gibt es dabei verschiedene Dinge zu berücksichtigen.

3.1 Posts

Neben der Interaktion in Form von Likes, Kommentaren und Speicherungen berücksichtig der Algorithmus auch die Verweildauer. Um diese zu erhöhen, sollten Posts so gestaltet werden, dass User:innen mehr Zeit mit ihnen verbringen. Dies lässt sich beispielsweise durch längere Texte und Carousel Posts mit mehreren Bildern erreichen. Ein höheres Interaktionspotenzial wird auch durch die ansprechende Darstellung von Informationen oder den aktiven Aufruf zum Austausch und zu Feedback getriggert.

Wichtig ist hier, dass du es nicht übertreibst. Es gibt genügend Posts, die mit einer generischen Frage enden und bei denen es offenkundig ist, dass es dabei vor allem um Reichweite und nicht um ernsthaftes Interesse an einer inhaltlichen Auseinandersetzung geht. Auch Hashtags sind immer noch entscheidend. Zwar ist die Zeit des Hashtag Stuffings klar vorbei. Dennoch hilft eine überschaubare Zahl überlegt gewählter Hashtags deinen Posts zu relevanter Reichweite. Die Hashtags sollten dabei in einem Kausalzusammenhang mit dem Inhalt des Posts stehen.

3.2 Stories

Die begrenzte zeitliche Verfügbarkeit von Stories machen aus ihnen ein spontaneres Format. Das gilt es zu berücksichtigen. Stories eignen sich sowohl dazu, aktuelle Geschehnisse zu beziehen als auch zur Unterhaltung. Ihr Ton ist häufig unterhaltsamer als der eines Posts. Sie funktionieren besonders gut mit Videos und Bildern. Auch hier kann ein Hashtag die Reichweite steigern.

Stories eignen sich zudem dafür, die Reichweite von Posts und Reels zu verstärken, indem diese darin geteilt werden. Gerade wenn ein Post unterdurchschnittlich performt, kann man ihm so die Chance geben, noch etwas Reichweite zu bekommen.

3.3 Reels

Seit Instagram die Reels ausgerollt hat, hat die Plattform das Format in den Fokus genommen. Viele User:innen berichten davon, dass ihre Reels fast immer mehr Reichweite erzielen als ihre normalen Posts. Diese Video-First-Strategie hat Instagram viel Kritik eingebracht. Dennoch sind Reels keine Selbstläufer.

Wie bereits angemerkt, legt der Instagram Algorithmus Wert auf die Bild- und Tonqualität. Darüber hinaus entscheiden auch hier die Verweildauer und das Engagement. Reels müssen daher unterhaltsam sein, um die Aufmerksamkeit der Rezipient:innen zu binden. Zudem können auch hier strategisch gut gewählte Hashtags die Reichweite vergrößern.

4. Zielgruppe formatübergreifend im Blick behalten

Einer der wichtigsten Faktoren, um den Instagram Algorithmus für sich zu nutzen, ist ein altbekannter: Kenne deine Zielgruppe! Bei Reichweiteneinbrüchen beobachtet man immer wieder ein Phänomen: Unternehmen und Influencer:innen versuchen krampfhaft ihren Content zu pushen, in dem sie auf Trends und Themen aufspringen, die weit von ihrem Markenkern entfernt sind. Das mag zu kurzfristigen Erfolgen führen, langfristig zahlt sich diese Maßnahme aber nicht aus.

Im Gegenteil: Oftmals verprellt man so treue Follower:innen und gewinnt nur kurzfristig neue hinzu, die spätestens dann abspringen, wenn sie merken, dass die restlichen Posts nicht demselben Themenspektrum entspringen. Instagram ermöglicht es sowohl durch seine Instagram Insights als auch durch den Facebook Business Manager komplexere Zielgruppenanalysen durchzuführen.

FAZIT: Den Instagram Algorithmus als Tool begreifen

Der Instagram Algorithmus sollte vor allem als Tool auf dem Weg zur Zielgruppe verstanden werden. Und als unberechenbar. Gegen Änderungen im Algorithmus kann man sich schwer wappnen. Hat man aber die Zielgruppe im Blick, kann man anhand von Analysen und A-/B-Tests identifizieren, wie man zurück zur alten Reichweite kommt.

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Tobias Börner
Tobias Schiller

Tobias ist Inbound Marketing Manager und seit 6 Jahren Teil des suxeedo Teams. Er konzentriert sich auf Lead-Generierung und Social Media und hat bereits zum Thema Influencer Marketing geforscht und veröffentlicht.


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Fionn Kientzler

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