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LinkedIn vs. Xing: Die Nutzertypen im Vergleich

1. LinkedIn vs. Xing: Worauf sind LinkedIn und Xing ausgerichtet?

Die beiden Business-Netzwerke LinkedIn und Xing unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum in Angebot und Nutzungsweise. Beide Plattformen bieten die Möglichkeit, über ein persönliches Profil Kontakte zu finden, Beiträge zu veröffentlichen, Jobanzeigen oder Events zu recherchieren, oder sich an Diskussionen in verschiedenen Foren oder Gruppen zu beteiligen. 

Wie wir jedoch im letzten Artikel bereits festhalten konnten, eröffnen sich bei genauerer Betrachtung verschiedene Stärken und Schwächen im Portfolio von LinkedIn und Xing, die den eigentlichen Fokus der Netzwerke preisgeben. Ein kurzer Rückblick: 

  • LinkedIn setzt verstärkt auf die Verbreitung von Inhalten und bietete die passende Plattform dafür. Es lassen sich Fotos, Bewegtbild und auch PDF-Dateien veröffentlichen. Zusätzlich ergänzt LinkedIn sein Kommunikationsangebot durch die Nutzung von Hashtags und testet eine eigene App für Live-Broadcasts (LinkedIn Live). Während auf Xing das Teilen von Bildern nur per Mobile möglich ist, genießen LinkedIn-Nutzer die volle Vielfältigkeit und Freiheit im Umgang mit eigenem oder fremdem Content. 
  • Xing hingegen zeigt mehr Innovation im Bereich Networking. Mit der App-Funktion “In meiner Nähe” deckt der deutsche Anbieter einen wichtigen Punkt ab: lokales Netzwerken auf Messen und Events. Hinzu kommen etliche Nutzergruppen, wie etwa regionale, themen- oder branchenspezifische Gruppen, in denen ein lebendiger Austausch sowie regelmäßige Events stattfinden.

1.1 LinkedIn führt weiterhin den internationalen Markt

Mit mehr als 610 Millionen Nutzern weltweit, ist LinkedIn eine international ausgerichtete Plattform. Ihr Fokus liegt daher zwar nicht auf Deutschland, dennoch wächst das US-amerikanische Unternehmen stetig im DACH-Raum. Erst letzten Mittwoch knackte das Netzwerk die 14 Millionen Nutzer in der Schweiz, Österreich und Deutschland. 

Barbara Wittmann, zukünftige Country Managerin DACH, bekräftigte dabei die Ausrichtung von LinkedIn auf internationalen Austausch und Kommunikation: “Wir messen unseren Erfolg nicht nur an Mitgliederzahl und Umsatz, sondern vor allem an der Aktivität auf der Plattform. Denn daran lässt sich ablesen, ob Mitglieder bei uns auch tatsächlich einen Mehrwert finden. Dass sie gerne wiederkommen, um mit den Inhalten in ihrem Feed zu interagieren, Jobs zu suchen und zu finden, oder eigene Inhalte zu veröffentlichen, ist die Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum und für die Verwirklichung unserer Vision eines lebendigen Netzwerks, in dem ein globaler Austausch stattfindet”

1.2 Xing bleibt dem DACH-Raum treu

Xing bezeichnet sich selbst als das führende berufliche Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Anders als LinkedIn, zieht es damit die Betreiber von New Work SE keinesfalls großartig auf die internationale Bühne. Mit 15,3 Millionen Nutzern regiert das Business-Netzwerk (noch) das DACH-gebiet. Zumindest, wenn es um Reichweite geht. User von Xing beobachten sein einiger Zeit immer mehr die Entwicklung von einer nutzerzentrierten Plattform, hin zu einer kommerziellen Datenbank für Personaldienstleister und Recruiter. 

Eindeutig steht das 2003 gegründete Netzwerk schon länger nicht mehr im Fokus der Entwicklung. Bereits durch das Fehlen von, für Soziale Netzwerke heutzutage selbstverständliche, Funktionen wird das deutlich. Xing hält sich durch einen unglaublich großen Datenreichtum am Leben, verpasst aber die laufende Weiterentwicklung hin zu einer nutzerfreundlichen, dynamischen Plattform, auf der es Spaß macht, aktiv zu sein. 

Inzwischen hat LinkedIn, beispielsweise durch das Anbinden von SlideShare oder LinkedIn Learning, das eigene Potential erkannt und den Fokus deutlich mehr auf vereinfachte Prozesse und Mehrwert für den User gelegt. 

2. LinkedIn vs. Xing: Welche Nutzertypen gibt es auf den Business-Netzwerken?

Nicht jeder nutzt LinkedIn oder Xing aus dem selben Grund. Wie auf den meisten Social Media Formaten verfolgen User unterschiedliche Ziele und entdecken daher auch unterschiedliche Maßnahmen und Nutzungsweisen für sich. Dazu sollte gesagt werden, dass alle Nutzer in der Regel auf irgendeine Art und Weise jeden Aspekt des Business Netzwerkes nutzen. Allerdings mit einer anderen Gewichtung der Prioritäten, woraus sich ein Muster an User-Typen ergibt.  

Wir zeigen, welche Nutzertypen sich auf den Business-Plattformen tummeln: 

2.1 Der Thought Leader 

Der Thought Leader ist der absolute Experte in seiner Branche. Sein Fachgebiet ist längst zur Leidenschaft geworden, über das er sich oft und gerne updaten lässt, um sich mit anderen Usern an Diskussionen und Gesprächen zu beteiligen. Regelmäßig wirft er in eigenen Beiträgen neue Fragen und Perspektiven auf, oder überrascht mit informativen und fachlich wertvollen Inhalten. Sein Mehrwert ist seine Expertise, und das zeigt er auch. Der Thought Leader kommt dem am nächsten, was man als einen Business Influencer beschreibt. 

2.2 Der Manager

Der Manager sieht das Business-Netzwerk als einen weiteren Marketing- und / oder PR- Kanal. Sein Fokus liegt auf der Verbreitung von Botschaften und der Gewinnung von Leads, sprich der regelmäßigen Akquirierung von Kunden. Die zweite Priorität liegt für ihn beim Recruiting. Er möchte einen einfachen, möglichst kosteneffizienten Weg, um qualifizierte und erreichbare Talente zu finden und zu kontaktieren. Dazu greift er auf Tools zurück, die ihm genau das ermöglichen sollen. 

2.3 Der Entrepreneur

Der Entrepreneur steht mit seiner Geschäftsidee noch in den Startlöchern. Möglicherweise hat er gerade erst ein eigenes Unternehmen gegründet oder steht noch kurz davor. LinkedIn und Xing nutzt er, um sich mit anderen Entrepreneuren oder professionellen Unternehmern zu vernetzen. Dabei holt er sich Ratschläge über Unternehmensgründung, Führungsstile, oder sucht möglicherweise auch nach Investoren. Hilfreich sind für ihn vor allem themen- oder branchenspezifische Gruppen, in denen er sich aktiv austauschen kann und auf dem neuesten Stand bleibt.

2.4 Der Freelancer

Für den Freelancer muss ein Business-Netzwerk zwei wichtige Punkte unterstützen: Personal Branding und eine effektive Suchfunktion für Jobanbieter und Jobsuchende. Er möchte sich mit einem aussagekräftigen Profil bestmöglich präsentieren. Dabei ist eine Auflistung seiner bisherigen Erfahrung, Arbeitsbeispiele, eine entsprechende Visitenkarte und alle weiteren Maßnahmen wichtig, die ein professionelles Auftreten ermöglichen. 

3. LinkedIn vs. Xing: Für welchen Nutzertypen eignet sich welche Plattform am besten?

Es kann durchaus sinnvoll sein, LinkedIn und Xing gleichermaßen aktiv zu nutzen. Allerdings bedeutet die Pflege von zwei Profilen auch doppelte Arbeit und übermäßigen Zeitaufwand. Letzteres ist der springende Punkt: Wir empfehlen zwar auf beiden Plattformen ein Profil anzulegen, sich jedoch entweder nur mit LinkedIn oder nur mit Xing auch wirklich intensiv zu beschäftigen. Für wen welches Business-Netzwerk in Frage kommt, das zeigen wir euch jetzt. 

3.1 LinkedIn überzeugt im Umgang mit Inhalten

Der Fokus des US-amerikanischen Unternehmens spiegelt sich im Produkt wieder: Internationaler Austausch. LinkedIn hat sich in den letzten Jahren von einem HR-Tool hin zu einem vollwertigen und lebendigen sozialen Netzwerk entwickelt, auf dem Nutzer mit viel Kreativität und Freude Inhalte verbreiten und teilen. LinkedIn bietet seinen Nutzern in Sachen Formate und Interaktion die volle Freiheit. Um nur mal ein paar Punkte zu nennen: 

  • Es lassen sich gleich mehrere Bilder einem Post hinzufügen
  • Man kann eigene Videos uploaden, nicht nur per Linkvorschau
  • Die App LinkedIn Live testet momentan den mobilen Live Broadcast
  • Via SlideShare können Präsentationen geteilt werden
  • LinkedIn ermöglicht die Nutzung von Hashtags und Mentions
  • Emotionale Reaktionen (Like, Love, Curious, Celebrate, Insightful) gestalten Interaktion noch interessanter

Für den Thought Leader liefert die Plattform LinkedIn daher das wahrscheinlich größte Potential. Hier kann er andere Nutzer am ehesten erreichen und findet den passenden Display für sein Fachwissen. Egal ob vom Desktop aus oder mobil: Für jede Situation gibt es das passende Format. 

3.2  Xing öffnet deutschen Recruitern mehr Möglichkeiten

Das deutsche Netzwerk Xing stellt für Recruiter im deutschen Markt einen großen Mehrwert dar. Diese können beispielsweise über die öffentliche Jobbörse “Xing Projekte” unzählige Fachkräfte kontaktieren. Mit dem Employer Branding Profil können sich Unternehmen möglichen Bewerbern mit Videos, Bildern und Textinhalten vorstellen. Auch mit einer normalen Basis-Mitgliedschaft ist man als Unternehmen an die Bewertungsplattform kununu angebunden und liefert Xing-Nutzern damit wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag. 

Als kostenpflichtige Ergänzung liefert Xing das Recruiting-Tool “Xing Talentmanager”. Hier haben Unternehmen Zugang zu exklusiven Informationen über mögliche Mitarbeiter, einer erweiterte Suchfunktion, oder auch Online Workshops für das Personalwesen. 

Für den Manager, der sich hauptsächlich im deutschsprachigen DACH-Raum bewegt, ist Xing das passende Netzwerk. Das gleiche gilt für den Freelancer, der sich hier mit der “Visitenkarte” professionell und vielseitig präsentieren kann. Durch die Employer Branding Pages und die Anbindung an kununu werden dem Xing-Nutzer vielzählige Informationen über die Unternehmen seines Interesses zugespielt.

Für beide Nutzertypen gilt jedoch: Wer für Unternehmen oder Freelancer mit internationalem Aktionsbereich sichtbar sein möchte, wird um ein gut gepflegtes Profil bei LinkedIn nicht herumkommen. 

3.3 LinkedIn fördert die Kommunikation zwischen Nutzern

LinkedIn möchte nicht nur die Publikation von Inhalten, sondern auch den Austausch von Nutzern der gleichen Branche fördern. Durch spezifische LinkedIn Gruppen lassen sich recht schnell geschäftliche Kontakte knüpfen. Den entscheidenden Unterschied machen jedoch zwei Punkte:

  • Sales Navigator Team
  • LinkedIn Learning

Der kostenpflichtige Sales Navigator bietet die Funktion “Team” an. Dadurch ist es  möglich, die Kontakte des eigenen Teams zu nutzen. Kollegen werden dadurch quasi zum “Sprungbrett”, um Kontakte zweiten Grades vorzustellen. Das Tool bietet außerdem eine erweiterte Suchfunktion und wandelt CRM-Kontaktdatensätze in umfangreiche und damit wertvolle Profile um.

LinkedIn Learning bietet Videokurse, die von Branchenexperten in den Bereichen Software, Kreativ- und Geschäftskompetenz unterrichtet werden. Das hat besonderen Mehrwert für junge Gründer, die gerade vor den ersten Herausforderungen eines eigenen Unternehmens stehen. Für den Entrepreneur also eine wichtige Ergänzung. Hier findet er nicht nur eine Plattform zum Vernetzen, sondern kann sich zusätzlich auch noch weiterbilden. 


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Fionn Kientzler

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